Wohnungslosenberichterstattung: Wichtiger Schritt, aber nicht alle Betroffenen werden erfasst

16. Januar 2020
  • Diakonie Zitat
  • Armut und Arbeit
  • Wohnungslosigkeit

Am heutigen Donnerstag berät der Bundestag abschließend über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einführung einer bundesweiten Wohnungslosenberichterstattung sowie einer Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen. 

Mann am Tisch
© Diakonie/Hermann Bredehorst

Die Erhebung einer Gesamtjahreszahl zusätzlich zur vorgesehenen Stichtagserhebung würde die Größenordnung von Wohnungsnotfällen und Wohnungslosigkeit umfassender abbilden

Die Diakonie Deutschland begrüßt dies als grundsätzlich wichtigen Schritt, um eine belastbare Grundlage für eine praxisnahe und zielgerichtete Sozialpolitik zu erhalten. „Wer nicht weiß, wie groß ein gesellschaftliches Problem ist, hat keine Grundlage für eine angemessene Politik und vorbeugende Maßnahmen gegen Wohnungsnotfälle und Wohnungslosigkeit“, so Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

Das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung erfasst jedoch nicht alle betroffenen Menschen. Maria Loheide: „Die Bundesregierung sollte die vorgesehene Begleitforschung so weiterentwickeln, dass tatsächlich alle faktisch wohnungslosen Menschen erfasst werden. Dazu gehören sowohl Straßenobdachlose als auch Menschen, die vorübergehend bei Freunden oder Bekannten wohnen. Es muss zudem alles getan werden, um solche prekären Wohnsituationen zu vermeiden.“

„Eine Wohnung kann an jedem Tag des Jahres verloren gehen. Deshalb würde die Erhebung einer Gesamtjahreszahl zusätzlich zur vorgesehenen Stichtagserhebung die Größenordnung von Wohnungsnotfällen und Wohnungslosigkeit umfassender abbilden“, so Maria Loheide.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ansprechpartnerin

Kathrin Klinkusch

Pressesprecherin

030 65211-1780

[email protected]