Neue Bundesregierung muss kultursensible Hospiz- und Palliativarbeit stärken

8. Oktober 2021
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  • Interkulturelle Öffnung

Eine immer vielfältigere Gesellschaft braucht Hospize und eine palliative Versorgung, die Menschen jeder kulturellen Herkunft erreichen. Aus Sicht der Diakonie Deutschland besteht bei der kultursensiblen Hospiz- und Palliativarbeit jedoch weiter erheblicher Nachholbedarf in Deutschland. Es werde Aufgabe der kommenden Bundesregierung sein, die Rahmenbedingungen dafür zu verbessern. 

Illustration aus zwei Menschen, die Vögel aus der Hand fliegen lassen
© Diakonie/Francesco Ciccolella

In unserer immer diverseren und immer älter werdenden Gesellschaft dürfen weder sprachliche oder kulturelle Barrieren noch Ängste die Menschen davon abhalten, an ihrem Lebensende Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie zum Welthospiztag am 9. Oktober 2021:

„Jeder Mensch muss sicher sein, am Ende seines Lebens gut umsorgt zu werden – unabhängig von der kulturellen Herkunft, Weltanschauung, Religion, sozialem Status oder Bildungsgrad. Hospizliche und palliative Angebote stehen zwar jedem Menschen offen, sie erreichen aber bei weitem nicht alle. Von den mehr als 21 Millionen Menschen mit internationaler Geschichte in Deutschland nehmen nur wenige diese Angebote wahr – auch weil sie zu wenig darüber erfahren. Darum müssen wir die interkulturelle Kompetenz in der Hospizarbeit stärker fördern und auch bei den Mitarbeitenden vielfältiger werden. Weder sprachliche oder kulturelle Barrieren noch Ängste dürfen Menschen davon abhalten, an ihrem Lebensende Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

In unserer immer diverseren und immer älter werdenden Gesellschaft müssen die Hospizarbeit und die Palliativversorgung in der nächsten Wahlperiode so gestärkt und ausgebaut werden, dass sie die individuellen Bedürfnisse der Menschen besser berücksichtigen können. Mit flächendeckend niederschwelligen Zugängen zu Beratung, Begleitung und Versorgung muss die künftige Bundesregierung die Voraussetzungen dafür schaffen, dass jeder Mensch in der letzten Lebensphase die Unterstützung bekommt, die er benötigt.

Dabei starten wir keineswegs bei Null. So zeigen Beispiele wie das Modell-Projekt Brückenbauer*innen Palliative Care der Diakonischen Werke Berlin-Stadtmitte und Köln, wie eine kultursensible Hospiz- und Palliativarbeit gelingen kann.“

Zum Hintergrund

Das Modellprojekt Brückenbauer*innen Palliative Care der Diakonischen Werke Berlin-Stadtmitte und Köln soll mehr Menschen mit Migrationshintergrund über die Möglichkeiten der Hospizarbeit und Palliativversorgung informieren und ihnen Zugang zu einer Begleitung ermöglichen, die ihren individuellen Bedürfnissen entspricht. Durch Sprach- und Kulturmittlung unterstützen die Mitarbeitenden „brückenbauend“ Menschen mit Migrationshintergrund und Fachkräfte der Hospiz- und Palliativarbeit.

Mehr dazu im Interview mit der Projekt-Koordinatorin Suphaphorn Laux

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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