Menschen mit Beeinträchtigungen sind Ebenbild Gottes

26. August 2016
  • Diakonie Zitat
  • Inklusion und Behindertenhilfe

Vor 75 Jahren stoppte Hitler offiziell die Aktion T 4, das Tötungsprogramm behinderter Menschen. Dennoch ermordeten die Nazis bis zum Kriegsende systematisch 300.000 behinderte Menschen in ganz Europa. Anlässlich des Gedenktages für die Opfer sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie:

Die so genannten Euthanasiemorde gehören zu den scheußlichsten Verbrechen der Nationalsozialisten. Leider haben sich damals Verantwortliche der Evangelischen Kirche und der Inneren Mission, die Vorgängerin der heutigen Diakonie, nicht entschieden genug gegen diese unfassbaren Verbrechen gestellt. Trotzdem verdanken wir es mutigen Kirchenmännern, dass die "Aktion Gnadentod", wie sie zynischer Weise auch genannt wurde, öffentlich wurde. Als Folge formierte sich Widerstand gegen diese Massenmorde. Heute leben Menschen mit Beeinträchtigungen in der Bundesrepublik mitten unter uns, auch wieder ältere Menschen mit Behinderung. Die Diakonie arbeitet dafür, dass Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben können, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und es mitgestalten, dafür müssen sie die jeweils notwendige individuelle notwendige Unterstützung erhalten. Denn jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes  - ob er blind, taub, körperlich oder geistig beeinträchtigt oder humorlos ist.

Hinweise

Mit einem stillen Gedenken und einem interreligiösen Gottesdienst erinnern am Sonntag, 28. August, die Berliner evangelische und katholische Kirche, ihre Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas gemeinsam mit der Stiftung Topographie des Terrors an die Opfer. Das stille Gedenken beginnt um 17.30 Uhr am Mahnmal T 4, Tiergartenstraße 4 vor der Philharmonie, der Gottesdienst um 18 Uhr in der St. Matthäus-Kirche im Kulturforum, Matthäikirchplatz, Berlin Tiergarten. Am Samstag, 3. September, von 14 bis 16 Uhr findet ebenfalls in der Tiergartenstraße 4, im Hauptfoyer der Philharmonie eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Patientenmord und Zwangsterilisation in der NS-Zeit statt. An der Veranstaltung mit dem Titel "Erinnern, Forschen, Gedenken" nimmt auch die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele teil.

Ansprechpartnerin

© Hermann Bredehorst

Ute Burbach-Tasso

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