Koalition nimmt im Lockdown erstmals Arme in den Blick - Masterplan Armutsbekämpfung nötig

4. Februar 2021
  • Diakonie Zitat
  • Corona
  • Menschenwürdiges Existenzminimum

Zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie:

Brotscheibe mit Buchstaben belegt
© epd-bild / Norbert Neetz

Ein Masterplan Armutsbekämpfung ist nötig.

"Nach einem Jahr Corona-Krise nimmt die Koalition mit dem einmaligen Hartz-IV- Zuschlag endlich Arme in den Blick - das ist gut, aber längst überfällig, genauso wie die Weisung vom Montag, nun zuverlässig Computer für Kinder in der Grundsicherung zu finanzieren.

Mit einer einmaligen Unterstützung ist das Grundproblem jedoch nicht gelöst. Nach der langen Durststrecke für Arme reicht ein kleiner Schluck Wasser nicht aus. Materiell benachteiligte Menschen brauchen langfristig ausreichende Hilfen, wenn wir es mit der Chancengerechtigkeit ernst meinen.

An Stelle des Kleinrechnens in der Grundsicherung sollte ein Masterplan Armutsbekämpfung treten, der immerhin jedem fünften Menschen unter uns Zugehörigkeit und Teilhabe auch tatsächlich ermöglicht. Diese Menschen pendeln zwischen prekären Jobs, Erwerbslosigkeit, Hartz IV und Tafeln, sie brauchen Perspektiven statt dauerhafter Ausgrenzung. Dazu gehören ein ausreichender Regelsatz und ein monatlicher Corona-Zuschlag bis zum Ende des Lockdowns."

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

© Hermann Bredehorst

Stephan Röger

Social Media stellv. Pressesprecher

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