Impfpflicht ab 18 Jahren wäre die weitsichtigste Maßnahme

4. April 2022
  • Diakonie Zitat
  • Corona

Der Deutsche Bundestag stimmt am Donnerstag über eine Corona-Impfpflicht in Deutschland ab. Medienberichten zufolge ist eine allgemeine Impflicht ab 18 Jahren vorerst vom Tisch. Dazu erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie:

Nierenschale mit Spritzen
© epd/Harald Koch

Die Impfpflicht ab 18 Jahren wäre verhältnismäßig, weil sie alle Erwachsenen in die Verantwortung nimmt.

"Ein Verzicht auf die Impflicht ab 18 Jahren wäre eine weitere verpasste Chance bei der Pandemiebekämpfung. Denn nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft über die Weitergabe des Sars-Cov-2-Virus und die Krankheitsverläufe von Covid-19 wäre eine Impfung aller Erwachsenen die wirkungsvollste Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie. Die Impfpflicht ab 18 Jahren wäre auch verhältnismäßig, weil sie alle Erwachsenen in die Verantwortung nimmt. Sie würde am besten die Freiheits- und Teilhaberechte aller Menschen sichern - auch der Vorerkrankten, der Hochaltrigen, der unter der Isolation leidenden Kinder und aller anderen, die ganz besonders auf die Solidarität ihrer Mitmenschen angewiesen sind.

Auf die Impfpflicht ab 18 Jahren zu verzichten, wäre kurzsichtig und ein weiterer Ausweis mangelnden politischen Mutes und fehlender Konsequenz im Umgang mit dieser schweren Gesundheitskrise. So weist auch der Deutsche Ethikrat darauf hin, dass insbesondere vulnerable Gruppen wie Pflegebedürftige zum Teil nicht gut geschützt worden seien.

Nach einem langen Sommer, mit hoffentlich niedrigen Infektionszahlen, droht nun ohne eine breitflächige Impfpflicht im nächsten Herbst erneut ein böser Kater. Mit allen demokatiepolitischen, ökonomischen und sozialen Nebenwirkungen. Eine Impfpflicht für alle Erwachsenen hätte zudem eine erneute Überlastung der durch Corona geschwächten sozialen und gesundheitlichen Infrastruktur verhindert."

© Hermann Bredehorst

Kathrin Klinkusch

Pressesprecherin

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