Fünf Jahre "Wir schaffen das" - Klare Botschaft der Menschlichkeit!

31. August 2020
  • Diakonie Zitat
  • Flucht und Migration

Vor fünf Jahren entschied Bundeskanzlerin Angela Merkel, Flüchtlinge aus Ungarn aufzunehmen. Den Satz "Wir schaffen das" sagte die Kanzlerin auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuges bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Flüchtlinge Sommer 2015 Deutschland
© epd-Bild/Lukas Barth

5 Jahre nach der Aussage "Wir schaffen das" von Bundeskanzlerin Angela Merkel sind Nachbesserungen in der Flüchtlingspolitik weiterhin notwendig.

Dazu erklärt Diakonie Präsident Lilie: "Wir sind der Kanzlerin dankbar für die klare Botschaft der Menschlichkeit im Sommer 2015, die Flüchtlinge vom Budapester Bahnhof in Deutschland aufzunehmen und aus der Perspektivlosigkeit der Abschottungs-Politik des ungarischen Regierungschefs Orbán zu befreien.

Unzählige ehrenamtliche Helfende haben gestärkt durch diese Haltung mit angepackt, damit das gelingen konnte - in Flüchtlingsunterkünften, in Vereinen, Kirchen und Beratungsstellen. Damals sind Freundschaften entstanden, viele Verbindungen bestehen bis heute.

Die Hälfte aller Geflüchteten ist inzwischen in den Arbeitsmarkt integriert, trotz aller Widrigkeiten der Flucht, traumatischen Belastungen, Trauer um Familienangehörige und des Verlusts der Heimat. Das ist ein Erfolg, der langfristig auch Deutschland zu Gute kommt. Davon profitieren nicht nur der deutsche Arbeitsmarkt, sondern auch unsere Sozialkassen.

Wir hätten uns gewünscht, Angela Merkel wäre dieser Linie treu geblieben. Die seitdem erfolgten symbolhaften Gesetzesverschärfungen haben zusätzliches und unnötiges Leid für die betroffenen Menschen gebracht und die Bürokratie verschärft. Insbesondere die Einschränkungen des Familiennachzugs und die verlängerte Wohnpflicht in Erstaufnahmeeinrichtungen sorgen dafür, dass den Menschen bereits von Beginn an die Chance erschwert wird, sich vollständig zu integrieren. Es ist klar: Die meisten Geflüchteten werden bleiben. Sie brauchen immer wieder das Signal des Willkommen-Seins."

Weitere Informationen

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg vom 4.02.2020:

49 Prozent der Geflüchteten, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, gehen fünf Jahre nach dem Zuzug einer Erwerbstätigkeit nach.

Ansprechpartnerin

© Hermann Bredehorst

Kathrin Klinkusch

Pressesprecherin

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