Flüchtlinge in Seenot retten, aufnehmen und begleiten - geregelte Verfahren sind notwendig

3. Juli 2019
  • Diakonie Zitat
  • Flucht und Migration

Anlässlich der Aufnahme von im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge und der am heutigen Mittwoch vorgestellten Studie "Europa als Ziel? Die Zukunft der globalen Migration" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung erklärt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik: 

"Die Diakonie begrüßt ausdrücklich, dass Deutschland aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufnimmt. Es ist erfreulich und ein deutliches Zeichen, dass viele Kommunen bereit sind, zusätzlich Flüchtlinge aufzunehmen. Sie tun dies aus humanitären Gründen, sehen aber auch die Potenziale dieser Menschen. Die kommunale Infrastruktur muss für die gute Aufnahme und Begleitung der Schutzsuchenden gestärkt werden, wie auch die vielen Organisationen, Verbände und Ehrenamtliche vor Ort." Geflüchtete Menschen sind oft aufgrund ihrer Erfahrungen auf den Fluchtrouten und der Überquerung des Mittelmeeres psychisch stark belastet oder traumatisiert. Sie brauchen erste Hilfe bei der Aufarbeitung dieser Erlebnisse, so Loheide und schnellen Zugang zu Sprachkursen, Wohnungen und Arbeit.

Zur Studie "Europa als Ziel? Die Zukunft der globalen Migration" sagt Loheide: "Wir haben die humanitäre Verantwortung und als eines der reichsten Länder der Welt auch ausreichend Möglichkeiten und Kapazitäten, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Studie zeigt: Wir müssen uns darauf einstellen, dass Flucht- und Migrationsbewegungen weltweit zunehmen und keinen Weg um Europa nehmen werden. Für die Zukunft sind geregelte Wege und legale Zugangsmöglichkeiten nach Europa und Deutschland notwendig. So wird Migration zu einem Gewinn für die deutsche Gesellschaft." 

Die Diakonie hat auch den Brief zur Seenotrettung mitgezeichnet.

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