Ehrenamtsstiftung muss die Bedürfnisse der freiwillig Engagierten im Blick behalten

30. Januar 2020
  • Diakonie Zitat
  • Freiwilliges Engagement

Der Bundestag berät heute in zweiter und dritter Lesung über den Gesetzentwurf zur Einrichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Im Juli 2019 hatte das Kabinett die Einrichtung einer Ehrenamtsstiftung beschlossen. Für die Errichtung als Stiftung des öffentlichen Rechts soll nun die gesetzliche Grundlage geschaffen werden.

Dazu erklärt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland:

"Grundsätzlich begrüßen wir, dass zivilgesellschaftliches Engagement durch eine Bundesstiftung gewürdigt und gefördert werden soll. Die jetzige Ausgestaltung springt bei der Bürokratie allerdings zu weit und bei der konkreten Unterstützung von Millionen freiwillig Engagierter zu kurz. So ist eine Geschäftsstelle mit 75 Mitarbeitenden vorgesehen und sind entsprechend umfangreiche bürokratische Abläufe zu erwarten. Zudem wird eine so personalintensiv ausgestattete Geschäftsstelle schon einen Gutteil der zur Verfügung stehenden Mittel verbrauchen. Bei einer angekündigten Haushaltssumme von 30 Millionen Euro jährlich erwarten wir, dass nur die Hälfte bei der engagierten Basis ankommt. Darüber hinaus ist die Zivilgesellschaft mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung nicht ausreichend in der Stiftungsstruktur abgebildet. Wir befürchten, dass dadurch an vielen Stellen Förderungen an den Bedürfnissen der Engagierten vorbeigehen werden."

Die öffentlich-rechtliche Stiftung soll als bundesweite zentrale Anlaufstelle Serviceangebote und Informationen bei der Organisationsentwicklung für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement bereitstellen und dabei bereits bestehende Bundesgesetze und -programme berücksichtigen. Sie soll Innovationen im bürgerschaftlichen Engagement und Ehrenamt, schwerpunktmäßig im Bereich der Digitalisierung fördern, Engagement- und Ehrenamtsstrukturen stärken sowie Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vernetzen.

Lesen Sie dazu die Stellungnahme der Diakonie Deutschland.

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