Diakonie-Zitat: Fachkräfteeinwanderungsgesetz bietet nur wenigen Menschen eine berufliche Perspektive in Deutschland

28. Februar 2020
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Am 1. März tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Ziel ist es, mehr internationale Fachkräfte und Menschen mit qualifizierter Berufsausbildung zur Arbeit nach Deutschland zu holen.

Foto: Zwei Frauen sitzen mit medizinischem Equipment an einem Tisch
© epd-Bild/Hanna Eder

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein wichtiger Baustein, um mehr Fachkräfte aus anderen Ländern zu gewinnen.

Dazu sagt Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland:

„Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein wichtiger Baustein, um mehr Fachkräfte aus anderen Ländern zu gewinnen. Allerdings bieten die neuen Regelungen faktisch nur einer relativ geringen Zahl an Menschen eine berufliche Perspektive in Deutschland. So ist zum Beispiel der Zuzug aus dem Ausland zur Ausbildungsplatzsuche zwar möglich, jedoch an sehr hohe Bedingungen geknüpft – und damit nur für wenige Menschen attraktiv. Die Möglichkeit für Schutzsuchende, die noch auf einen positiven Asylbescheid warten, in Ausbildung oder Beruf zu kommen, ist zu restriktiv ausgestaltet und wird durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz nicht verbessert. Von einem "Spurwechsel" von der Asylsuche hin zur Fachkräfteeinwanderung kann nicht gesprochen werden.

Der Erfolg des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes hängt zudem entscheidend davon ab, dass in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland eine Willkommenskultur gelebt wird – in den Servicestellen und Behörden genauso wie bei den Arbeitgebern und in der Gesellschaft insgesamt. Nur dann wird Deutschland als Zuwanderungsland für Fachkräfte wirklich attraktiv und die Integration der Menschen in unsere Gesellschaft möglich.“


Zum Hintergrund:

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten, den sogenannten Drittstaaten, vereinfachen. Ziel ist, mehr internationale Fachkräfte und Menschen zur Arbeit nach Deutschland zu holen. Das Gesetz tritt am 1. März 2020 in Kraft.

Die Fachkräftezuwanderung nach Deutschland steigt zwar seit Jahren an. Allerdings macht der Anteil an zugewanderten Fachpersonen mit 7 Prozent der Gesamtzuwanderung aus Drittstaaten weiterhin nur einen sehr kleinen Teil der Zuzüge aus. Den Angaben im Migrationsbericht der Bundesregierung nach kamen im Jahr 2017 rund 38.000 Migranten aus Drittstaaten als Fachkraft nach Deutschland. Dies entspreche weniger als 0,1 Prozent des gesamten Arbeitskräfteangebots, also des Erwerbspersonenpotenzials. Die meisten dieser Fachkräfte kamen 2017 aus Indien, Bosnien-Herzegowina, USA, Serbien und China.

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