Flexi-Rente für pflegende Rentner muss bleiben

14. September 2018
  • Diakonie Zitat
  • Armut und Arbeit
  • Gesundheit und Pflege

Zu den Plänen des Gesundheitsministeriums, die Rentenbeiträge für pflegende Rentner abzuschaffen, erklärt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland:

"Wer zuhause Angehörige pflegt, bekommt dafür Rentenpunkte. Das gilt auch, wenn Pflegende selbst das Rentenalter erreichen. Statt Pflegende besser zu fördern und zu stärken, will der Gesundheitsminister sie aus der seit 2017 geltenden Flexi-Rente ausschließen. Die Flexi- Rente kann mit der Teilrente und weitere Beitragszahlungen kombiniert werden und verbessert die finanzielle Situation der pflegenden Angehörigen. Besonders betroffen wären Frauen, die heute den Großteil der privaten Pflege übernehmen. Zugleich sind Frauen besonders von Altersarmut bedroht. Ihr Armutsrisiko im Alter liegt bei über 20 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt. Mit dem Flexi-Rentengesetz haben sie heute die Möglichkeit, durch Pflege auch im Alter noch Lücken in ihrer Renten- Beitragsbiografie auszugleichen. Ihnen diese Möglichkeit zu nehmen, geht in die falsche Richtung. So wird die Angehörigenpflege abgewertet und die Pflegenden demotiviert. Darum fordert die Diakonie gemeinsam mit Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Paritätischem Wohlfahrtsverband und ver.di: Hände weg von den Rentenbeiträgen für pflegende Rentner*innen."

Hintergrund

Seit Juli 2017 gilt das Flexi-Rentengesetz. Seniorinnen und Senioren, die eine Teilrente mit Erwerbsarbeit kombinieren, können ihre Rentenansprüche aufstocken.

Das ist politisch gewollt: Der Renteneintritt soll flexibler, und längere Erwerbsarbeit gefördert werden. Mit erfasst von diesem Gesetz sind bisher die Pflegenden. So wie vor Erreichen des Rentenalters erhalten sie auch beim flexiblen Renteneintritt weiterhin Rentenpunkte gutgeschrieben. Das will der Gesundheitsminister nun ändern und Pflegende aus der Flexi-Rente ausschließen.

 

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