Ein Wir-Gefühl schaffen - sowohl in der EU als auch auf kommunaler Ebene

6. März 2019
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  • Integration und Teilhabe

Anlässlich des deutsch-französischen Treffens mit Vertretern verschiedener Verbände und Flüchtlingsorganisationen zum Thema "Asyl und Migration: Eine Schlüsselfrage für Europa" sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie heute in Paris:

"Gerade im Vorfeld der Europawahl wollen wir als deutsche und französische Organisationen und Verbände ein starkes Signal in Richtung Öffentlichkeit senden, für Demokratie und Vielfalt, für ein Recht auf Asylverfahren in Europa und für eine menschenrechtsbasierte Aufnahmepolitik. Dabei ist es wichtig, sich nicht nur auf die Vision eines geeinten Europas der Menschenrechte zurückzubesinnen, sondern auch den Integrationsprozess vor Ort in den Kommunen gut zu gestalten. Schon heute hängen Teilhabechancen - nicht nur für Geflüchtete und Migranten, sondern auch für arme oder kranke Menschen - auch davon ab, wo sie leben. Vor Ort, in der Kommune organisieren die Menschen ihr unmittelbares Zusammenleben, im Regelfall ruhig und konstruktiv. Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger dort noch begegnen und ein gemeinsames Wir- Gefühl herausbilden können, Mitverantwortung übernehmen als Bewohner eben ihres Dorfes oder ihrer Nachbarschaft. Es gilt immer noch, was der verstorbene Altbundespräsident Johannes Rau gesagt hat: 'Die Kommune ist der Ernstfall der Demokratie'. Wo Teilhabechancen schwinden, kapseln Menschen sich ab, fühlen sich ungehört und abgehängt. Sie ziehen sich dann auch aus der Demokratie zurück. Um die Verlassenen wieder in die Gesellschaft zu integrieren, müssen wir ihnen zuhören. Nur wer zuhört, kann ins Gespräch kommen und Antworten geben - #zuhören."

Hintergrund:

In Europa stehen heute die weitere europäische Integration sowie die Grundwerte einer offenen, liberalen und pluralistischen Gesellschaft, die das Fundament des europäischen Projektes sind, auf dem Spiel. Die Europawahlen sind von zentraler Bedeutung für die Frage, wie in Europa nun die Weichen gestellt werden. Das Ziel des Treffens "Asyl und Migration: Eine Schlüsselfrage für Europa Mittwoch, 6. und Donnerstag, 7. März 2019" - ausgerichtet von france terre d'asile und der Heinrich-Böll-Stiftung Paris - ist es, eine gemeinsame Reflexion über die Asyl-, Einwanderungs- und Integrationspolitik von Frankreich und Deutschland anzustoßen. Ein Schwerpunkt ist dabei zudem die Frage der öffentlichen und medialen Debatte zu diesen Themen. Dabei sollen mögliche Narrative ausgelotet werden, mit denen die Grundprinzipien einer pluralistischen und inklusiven Gesellschaft in Frankreich, Deutschland und der Europäischen Union vorangebracht werden können.

#zuhören

Die Diakonie Deutschland wirbt mit dieser Kampagne für eine offene Gesellschaft:

Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht. Doch jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden.

Die UNERHÖRT!-Kampagne, die von 2018 bis 2020 läuft, will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Diakonie zuhört, Lösungen bereithält und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Die Diakonie will diese Diskussion anstoßen und führen als Plattform für einen Diskurs rund um soziale Teilhabe.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

© Hermann Bredehorst

Ute Burbach-Tasso

Pressesprecherin

030 65211-1780

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