40 Jahre Integration - und es ist nichts passiert

12. Dezember 2018
  • Diakonie Zitat
  • Flucht und Migration
  • Integration und Teilhabe

Heute wird das "Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration", das 1978 als "für Ausländerfragen" gegründet wurde, 40 Jahre alt. "40 Jahre Integration" heißt die Festveranstaltung in Berlin. Dazu sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie:

Noch 2013 stand im Koalitionsvertrag der letzten Bundesregierung, dass Deutschland kein Einwanderungsland ist. Diese Haltung hat eine lange und unglückliche Tradition in Deutschland. Mindestens 30 Jahre lang hat die Politik egal welcher Couleur ihre 'Ausländerbeauftragten' im Regen stehen lassen: Statt die eingewanderten Menschen möglichst schnell und weitsichtig in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, ist die Politik immer wieder der populistischen Versuchung erlegen, Deutschland als eine statische und unverrückbare Feste zu verstehen. Darum hat man immer wieder und mit einfallsloser Regelmäßigkeit versucht, Gastarbeiter wie Migranten nur schnell wieder loszuwerden. Dieser Mangel an Weitsicht bringt bis heute kaum genießbare Früchte hervor: Viele Menschen empfinden Zuwanderung weiterhin nur als Bedrohung. In einer unaufhaltsam kulturell, ethnisch und religiös immer vielfältiger werdenden Gesellschaft im Herzen Europas brauchen wir aber dringend eine Vielfalt bejahende und weitsichtig moderierende Politik, in der die Bereitschaft zum Zuhören und zur Kooperation der Unterschiedlichen zum Markenzeichen einer zukunftsfähigen Gesellschaft werden."

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

© Hermann Bredehorst

Ute Burbach-Tasso

Pressesprecherin

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