Debatte über Impfpflicht

25. Januar 2022
  • Diakonie Zitat
  • Corona

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie unterstützt Impfpflicht gegen das Corona-Virus für Erwachsene ab 18. Jahren.

Schale mit aufgezogenen Spritzen
© epd/Harald Koch

Die durchgängige Impfung gegen Corona sorgt für einen signifikant besseren Verlauf der Krankheit.

"Die allgemeine Impfpflicht ist nach Auffassung führender Virologen, vieler Fachgesellschaften und auch der deutlichen Mehrheit des Deutschen Ethikrates der Weg aus der Pandemie. Daher unterstütze ich diese Maßnahme für Erwachsene ab 18 Jahren, auch wenn sie für etliche Menschen einen harten Einschnitt bedeutet. Die individuelle Freiheit endet aber dort, wo sehr viele andere Menschen existenziell bedroht sind. Aus drei Jahren mit Corona wissen wir um die besondere Bedrohung für Menschen, die der Diakonie anvertraut sind. Wir wissen um psychische und sehr physische Folgen für Kinder, Jugendliche und Eltern, vor allem für Ältere und Menschen mit Behinderungen. Ihnen muss der Schutz der gesamten Gesellschaft dienen. Zudem sorgt die durchgängige Impfung für einen signifikant besseren Verlauf der Krankheit, weniger Ansteckungen und entsprechend wieder freiwerdende Kapazitäten für dringend notwendige medizinische Eingriffe, auf die ebenfalls sehr viel Menschen inständig warten.  

Um diesen Schutz zu gewährleisten, ist die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die am 15. März 2022 bundesweit in Kraft tritt, ein erster Schritt, eine wichtige und notwendige Zwischenlösung. Noch sind viele Detailfragen ungeklärt. Als Präsident der Diakonie Deutschland plädiere ich darum dafür, diese Maßnahmen nun mit dem gebotenem Augenmaß und Umsicht umzusetzen. Sie sollte weder die pflegerische und gesundheitliche Infrastruktur noch die wichtige Akzeptanz bei den Mitarbeitenden in den sozialen und pflegerischen Berufen gefährden. Das umfassende, beratende Gespräch mit den Mitarbeitenden bleibt angezeigt. Wir setzen auch weiterhin auf Gespräch und Überzeugung durch Fakten.

Die Diakonie Deutschland ruft zur Impfung gegen das Corona-Virus auf. Zugleich appellieren wir an die Politik, insbesondere auch an die Landesgesundheitsämter schnellstmöglich ein stimmiges und klares Regelwerk mit einheitlichen Kriterien zu schaffen. Daran müssen sich die örtlichen Gesundheitsämter orientieren können, damit kein Flickenteppich entsteht und die vielfach herausgeforderten Träger der Einrichtungen bei der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht auch die notwendige Unterstützung erfahren. Der Kampf gegen Corona bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Diakonie wird als großer Wohlfahrtsverband dazu ihren Beitrag leisten."

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

© Hermann Bredehorst

Dr. Thomas Schiller

Leiter Kommunikation

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