06.2013: Die insoweit erfahrene Fachkraft nach dem Bundeskinderschutzgesetz

13. August 2013
  • Diakonie-Text
  • Familie und Kinder

Sechs Jahre nach Inkrafttreten von § 8a SGB VIII mit den Regelungen zur "insoweit erfahrenen Fachkraft" hat das Bundeskinderschutzgesetz die bisherigen Regelungen neu gegliedert und klarer formuliert. Dies ist Anlass für die Diakonie, ihre damalige Arbeitshilfe zu aktualisieren.

Das Bundeskinderschutzgesetz bezieht jetzt Berufsgruppen mit ein, die nicht zur institutionellen Kinder- und Jugendhilfe gehören, aber aufgrund ihrer Tätigkeit mit Kindeswohlgefährdungen konfrontiert werden und dafür Handlungssicherheit brauchen. Die neue Vorschrift soll dabei eine Orientierung geben. Dies gilt sowohl für die Einschätzung, ob im Einzelfall eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, als auch für die Frage, ob eine Kindeswohlgefährdung so schwer wiegt, dass man sich zu deren Abwendung ausnahmsweise über die professionellen Schweigepflichten hinwegsetzen darf.

Eine wichtige Unterstützung bei der Gefährdungseinschätzung ist insbesondere der in § 8b SGB VIII enthaltene weit gefasste Rechtsanspruch auf die Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft.

Die gegenwärtigen Regelungen weisen dem Jugendamt einen Koordinierungsauftrag für die Sicherstellung dieser Fachberatung zu. Es liegt in seiner Verantwortung, dass aus reichend insoweit erfahrene Fachkräfte zur Verfügung sehen, die die freien ebenso wie die öffentlichen Träger im Bedarfsfall zur kollegialen Beratung ihrer Fachkräfte hinzuziehen können.

Kirchlich-diakonische Träger, deren Mitarbeitende für diese besondere Beratung qualifiziert sind, müssen klären, ob und unter welchen Bedingungen diese Mitarbeitenden die zusätzliche fachdienstliche Aufgabe übernehmen sollen und können. Damit ist eine Reihe von Fragen verbunden, die die freien Träger vor der Übernahme der besonderen Beratungsaufgaben klären müssen.

Die Arbeitshilfe greift diese Fragen unter den verschiedenen Qualitätsaspekten Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität auf. Bevor die Arbeitshilfe diesen Fragen nachgeht, erläutert sie kurz die rechtlichen Rahmenbedingungen, nach denen sich die Arbeit der insoweit  erfahrenen Fachkräfte richtet.