03.2016: Verlässlicher Ganztag

18. Mai 2016
  • Diakonie-Text
  • Familie und Kinder

Gesellschaftliche Veränderungen und Entwicklungen stellen sowohl das Schulsystem als auch die Kinder- und Jugendhilfe vor große Herausforderungen. In vier Thesen stellt die Diakonie ihr Plädoyer für ganzheitliche Bildung und Erziehung zur Diskussion.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde in der zurückliegenden Dekade durch den Ausbau ganztägiger Angebote der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung in den Kindertageseinrichtungen erheblich verbessert. Eltern erleben allerdings, dass mit Beginn der Grundschulzeit, dem Wechsel vom System der Kindertagesbetreuung in das Schulsystem, ganztägige Angebote nicht selbstverständlich zur Verfügung stehen. Nicht immer kann ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden. Ist die zuständige Grundschule keine Ganztagsschule, muss ein Hort gefunden werden, dessen Angebot zeitlich und räumlich passt und der freie Plätze hat.

Chancengerechtigkeit und auch die Frage eines Nachteilsausgleichs für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedarfen stellen weitere Herausforderungen an das Schulsystem.

Zudem wird Schule mehr und mehr zu einem zentralen Lebensort. Nach evangelischem, ganzheitlichem Bildungsverständnis brauchen junge Menschen aber auch Freiräume, die sie selbstbestimmt gestalten, wo eigenständige Meinungen und Haltungen entwickelt werden und wo auch religiöse Bildung und Orientierung ihren Platz findet.

Die Diakonie Deutschland positioniert sich mit diesem Plädoyer zu den zentralen Fragen, die sich aus den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und der Ganztagsschulentwicklung ergeben.