02.2021: Basiskonzeption Soziale Schuldnerberatung in der Diakonie

9. Juni 2021
  • Diakonie-Text
  • Armut und Arbeit
  • Menschenwürdiges Existenzminimum

Schuldnerberatung hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten zu einem unverzichtbaren Baustein in der Bekämpfung von Armut und bei Hilfen für Familien entwickelt. Die Konzeption der sozialen Schuldnerberatung ist ganz besonders geeignet, überschuldeten Menschen wirksam und nachhaltig zu helfen. Die vorliegende Basiskonzeption beschreibt idealtypisch die charakteristischen Merkmale der „sozialen Schuld­nerberatung in der Diakonie“.

Die neue Basiskonzeption soziale Schuldnerberatung beschreibt sowohl die personenbezogenen als auch die strukturbezogenen Hilfen als grundlegende Handlungsformen der Schuldnerberatung in der Diakonie. Sie benennt ihre biblische als auch sozialarbeiterische Wurzeln und leitet daraus einen eigenständigen, diakoniespezifischen Handlungsansatz ab.

Die Basiskonzeption nimmt wichtige Impulse aus den sozialarbeiterisch-fachlichen Diskursen der letzten Jahrzehnte auf und regt so die Auseinandersetzung der Praxis mit Handlungsdimensionen wie Empowerment, Sozialraumorientierung oder mobile aufsuchende Hilfen an. Dabei berücksichtigt sie veränderte gesell­schaftliche Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere risikobehaftete Entwicklungen für die Menschen, etwa die fortschreitende Ökonomisierung aller Lebensbereiche.

Auch die Schuldnerberatung selbst erfährt die Ökonomisierung vor allem in Form von Wettbewerbs­druck. Vergabeverfahren bekommen im Sozialbereich immer größere Bedeutung und verschärfen die Kon­kurrenzsituation für die soziale Schuldnerberatung gegenüber privatgewerblichen Anbietern.

Bestehen kann die soziale Schuldnerberatung nur durch aufgaben- und zieladäquates, professionelles Handeln auf Grundlage wissenschaftlich belegter Erkenntnisse. Mit der Basiskonzeption leistet sie dazu einen grundlegenden Beitrag.