Atlas neue Gemeindeformen

12. November 2019
  • Broschüre
  • Diakonisches Profil

Für den Atlas neue Gemeindeformen hat die Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi) neue Gemeindeformen und innovative christliche Sozialformen in den evangelischen Landeskirchen untersucht. 

211 Initiativen, Vereine und Gemeinden sind im „Atlas neue Gemeindeformen“ nach geografischer Lage und landeskirchlicher Zuordnung abgebildet. Sie zählen zusammen 1.200 Hauptamtliche und 12.000 Ehrenamtliche. Befragt wurden die Initiativen über ihre Gemeinschafts- und Gottesdienstkultur, Reichweite und Kooperationen in den Sozialraum und ihre missionarische Ausrichtung.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Knapp die Hälfte der neuen Formen von Kirche ist Teil kirchlich-verfasster Strukturen, nur ein Drittel bezeichnet sich als eigenständig. Dennoch verstehen sich die befragten Initiativen mehrheitlich als „christlich“ oder „ökumenisch“ und weniger stark als „evangelisch“.

Neue Gemeindeformen durchbrechen traditionelle kirchliche Milieugrenzen. Vor allem junge Erwachsene und Menschen aus mittleren Altersgruppen finden in ihnen ein geistliches Zuhause und engagieren sich ehrenamtlich. Teilnehmende setzen sich für die Treffen neuer Gemeindeformen orts- und stadtteilübergreifend in Bewegung. Es handelt sich bei ihnen genau um solche Menschen, deren Wegbleiben von „klassischen“ Formaten in den beiden großen Kirchen beklagt wird.

Kirchengemeinden, die Haupt- und Ehrenamtlichen Freiräume zum Erproben neuer Formate innerhalb kirchlicher Strukturen geben, werden mit einer hohen Verbundenheit der Initiativen zur Parochie belohnt. Stellenweise herrscht Arbeitsteilung, so schicken die neuen Gemeindeformen Täuflinge oft in die nahegelegenen Ortsgemeinden.

Neue Gemeindeformen sind besonders offen für Suchende und Unentschiedene im Glauben. Bei ihnen steht das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt, das zeigt sich auch darin, dass sie sehr häufig das Abendmahl miteinander feiern. Der Großteil der Initiativen schätzt seine missionarische Ausstrahlungskraft in den Sozialraum hoch ein.