Woran man Zwangsprostituierte erkennt

Tausende von Frauen sind gezwungen als Prostituierte in Deutschland zu arbeiten. Über Netzwerke der organisierten Kriminalität werden sie aus Mittel- und Osteuropa, Afrika und anderen Ländern nach Deutschland geschleust. Mit diesen Frauen werden Milliardengewinne erzielt.
Häufig werden sie bei der Anwerbung über ihre wahre Tätigkeit getäuscht. Sie sind hilflos in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht verstehen und erhalten wenig Geld für ihre Arbeit. Der Pass wird ihnen weggenommen. Wenn die Frauen die geforderten sexuellen Praktiken nicht leisten, droht Ihnen körperliche Gewalt. Sie leben in einem Klima großer Angst. Viele der Frauen sind noch minderjährig.

Kunden schaffen den Markt
Männer können in Deutschland als Kunden legal die Dienste selbständiger und selbstbestimmt arbeitender Prostituierten in Anspruch nehmen. Es kann sicher nicht im Sinne von aufgeklärten Männern sein, die Dienste von Frauen auszunutzen, die Opfer dieser eklatanten Menschenrechtsverletzung wurden.

Männer schaffen als Kunden durch ihre Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen den Markt. Durch ihr Verhalten können sie problematische Situationen schaffen, aber auch auf Missstände reagieren und für einen fairen Umgang miteinander sorgen. Der verantwortliche Mann lehnt jegliche Form von Gewalt an Frauen und Kindern ab.

Zuhälterei, Vergewaltigung und Sex mit Minderjährigen sind nicht nur Straftaten, sondern auch ein Betrug an den Männern, die mit extrem abhängigen Frauen ohne ihr Wissen in eine Grauzone der Unterwelt geraten. Menschenhandel ist ein Verbrechen und wird in der Bundesrepublik zu Recht hoch bestraft.

Wie erkennt man Zwangsprostituierte?
Männer, die sexuelle Dienstleistungen nachfragen, können über ihren engen Kontakt zu diesen Mädchen und Frauen wertvolle Hilfe leisten. Es gibt Merkmale, woran Männer, die zu Prostituierten gehen, Frauen in Zwangssituationen erkennen können.

Skepsis ist angebracht bei Frauen:

  • deren Körper oder Kleidung Spuren von Misshandlungen aufweisen
  • die verängstigt sind oder weinen
  • die signalisieren, dass sie mit Widerwillen oder Ekel ihre Dienste anbieten
  • die nicht professionell, selbstbestimmt oder selbständig arbeiten
  • die nicht nach den Wünschen des Kunden fragen
  • die alle gewünschten Sexualpraktiken erfüllen
  • die nicht auf den Gebrauch von Kondomen bestehen
  • die Dauer, Beginn und Ende ihres Kundenkontaktes, bzw. ihrer Arbeitszeit nicht selbst bestimmen können
  • die Kunden nicht ablehnen können
  • die das Geld für ihre Dienste nicht selbst in Empfang nehmen
  • die in abgesicherten und verschlossenen Räumen arbeiten
  • die wenig oder kein Deutsch sprechen
  • die erkennbar minderjährig sind.

Was tun, wenn Sie Verdacht schöpfen oder direkt angesprochen werden?

  • jeden Hilferuf, der an Sie gerichtet wird, ernst nehmen
  • nicht auf Sex bestehen
  • Respekt zeigen
  • die Frau beruhigen
  • eine entsprechende Beratungsstelle anrufen 
  • sich an die nächste Polizeidienststelle wenden.

Suche

Themen und Aufgaben

Kontakt

Johanna Thie
Hilfen für Frauen

Tel.: (030) 83001-231
E-Mail: thie(at)diakonie.de

Social Bookmarks

Was ist das?