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20.04.2010

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„Tafeln“ und soziale Gerechtigkeit – ein Positionspapier der Diakonie

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Berlin (DW EKD) - „Tafeln“ sind ein Beitrag zur Linderung von Armut – so heißt es in dem aktuellen Positionspapier des Diakonischen Werkes der EKD „Es sollte überhaupt kein Armer unter Euch sein“.

Dennoch, so die Diakonie,  ist die Ausgabe von Lebensmitteln „kein wirksames Instrument zur Überwindung gesellschaftlicher Armut“. Es sei eine „Praxis der Barmherzigkeit und tätiger Nächstenliebe“. Daher gebühre vor allem den vielen ehrenamtlich engagierten Tafelmitarbeitern Lob, Anerkennung, Wertschätzung und Dank.

Verfasst wurde das Positionspapier von einer Projektgruppe unter Einbeziehung von Praktikern aus regionalen Diakonischen Werken. In ihren Handlungsempfehlungen weisen sie darauf hin, dass sich die Tafeln auf ihre originäre Grundidee beschränken sollten, also auf die Verteilung überschüssiger Lebensmittel. Darüber hinaus sei die Vernetzung mit den bestehenden Hilfesystemen unverzichtbar, damit die Betroffenen den Weg zu einer guten sozialen Beratung finden.

Die Tafeln seien ein „Seismograph“ der sozialen Situation in Deutschland und spiegelten die Fehlentwicklungen „in der Länge der Warteschlangen vor den Ausgabestellen wider.“ Obwohl staatliche Transferleistungen eine Grundsicherung ermöglichen sollten, fehle es in vielen Familien am Notwendigsten, beklagt das Diakonie-Papier. „Entstanden aus den Initiativen zur Umverteilung des Überflusses, sind die Tafeln heute auf dem Weg, eine beständige Armenverpflegung zu werden.“ Sie entlasteten die Betroffenen bei ihren Lebensmittelkosten und erweiterten somit finanzielle Spielräume.

Gleichzeitig böten sie die Möglichkeit der Begegnung mit Menschen, die in der gleichen Lebenssituation stecken. Das habe „einen hohen Wert für Betroffene und Engagierte“, stellt das Positionspapier fest und räumt gleichzeitig ein, dass „Tafeln per se keinen nachhaltigen Rückgang von Armut erreichen können.“

Durchaus kritisch spricht das Papier von einigen „Paradoxien“, die der Vision der sozialen Gerechtigkeit im Wege ständen. „Das Engagement der Tafel-Helfer und -Helferinnen trägt nicht nur dazu bei, soziale Härten abzufedern, sondern dient durch das Einsparen der Entsorgungskosten und den Imagegewinn der abgebenden Firmen auch den ökonomischen Gewinninteressen.“

Außerdem warnen die Autorinnen und Autoren des Papiers: „Je mehr die erfolgreiche Armutsbewältigung mit der Gewöhnung an Tafeln in Verbindung gebracht wird, desto mehr wird man sich an das Fehlen nachhaltiger Maßnahmen zur Armutsüberwindung gewöhnen. Insbesondere politische Akteure missbrauchten in einigen Fällen die Arbeit der „Tafeln“, um eigene Versäumnisse bei der Überwindung von Armut zu verdecken.“

Die Arbeit der „Tafeln“ sei immer eine Gratwanderung zwischen dem ungewollten Ersatz von sozialen Rechtsansprüchen einerseits und einer Skandalisierung von Notlagen und Ungerechtigkeiten andererseits. Das Papier ermutigt dazu, „anwaltschaftlich für eine materielle Grundsicherung einzutreten, die vor Armut schützt und nicht sozial ausgrenzt“.

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„Tafeln“ im Kontext sozialer Gerechtigkeit - eine Handreichung zur Diskussion

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