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stationäre Altenpflege nach neuem Konzept | 

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stationäre Altenpflege nach neuem Konzept

Silvia Gehrmann führt mich durch die Etagen ihres Seniorenheimes. Sie leitet das Evangelischen Seniorenwohnheim Albestraße 31 in Berlin-Friedenau. Hier wohnen fast nur Frauen. Das hinge wohl auch mit dem Krieg zusammen, meint Gehrmann. Der habe vielen Männer aus dieser Generation das Leben gekostet. In anderen Fällen pflegten die Ehefrauen ihre pflegebedürftigen Ehemänner. Außerdem hätten Frauen eine höhere Lebenserwartung.

Die demographische Entwicklung ist auch im Evangelischen Seniorenheim Albestraße spürbar. "Früher", erzählt Gehrmann, "kamen die Bewohner im Schnitt mit 80 Jahren zu uns, heute sind sie 90 Jahre alt." Dies hat zu einem Anstieg der an Demenz erkrankten Bewohner geführt. Sie machen heute 70 Prozent aus. Das hat eine Neustrukturierung des Hauses nötig gemacht. Inspiriert von einem Schweizer Modell leben die Senioren jetzt in verschiedenen "Lebenswelten". Erprobt wurde dieses Modell bereits in der Schweiz und in Rheinland-Pfalz.

Homogene Gruppen schaffen
Demenzkranke Senioren müssen von den anderen integriert werden. Sie selbst sind zu einer Integration nicht mehr in der Lage. Wenn Menschen älter werden, erklärt Gehrmann, nehme auch ihre Toleranzbereitschaft ab. Im Seniorenheim sei es zu Streitigkeiten und Unzufriedenheit gekommen. Außerdem werde Demenz von vielen Mitbewohnern nicht als Krankheit anerkannt. Das ziellose Herumlaufen oder Betreten fremder Zimmer empfänden sie als Absicht und Verletzung der Persönlichkeitsrechte.

Diese Erfahrung deckt sich mit Berichten aus anderen Pflegeheimen. Daher geht die Tendenz dahin, demenzkranke von gesunden Senioren zu trennen. Das entlastet auch das Personal. Die Pflege kann so zielgerichteter und einheitlicher geleistet werden und die Gruppen können homogener zusammenwachsen.

Lebenswelten
In der Albestraße leben die Senioren je nach Schwere der Erkrankung in verschiedenen "Lebenswelten". Obwohl viele Angehörige zu Beginn skeptisch waren, seien die Vorzüge dieses Systems schnell deutlich geworden, berichtet die Heimleiterin.

Die erste Lebenswelt umfasst die, die noch geistig fit sind und nur körperliche Pflege bedürfen. Sie erhalten viele kulturelle Angebote, haben die Möglichkeit, täglich selbst zu kochen. Für sie gibt es Gymnastik, Krafttraining, Gedächtnisförderung und kreative Arbeiten. Hier ist auch Frau S. zu Hause, obwohl sie schon an der Grenze zur nächsten Lebenswelt steht. Sie gleicht viel aus durch ihren quirlige Art, ihre Kontakt- und Lebensfreude. ...

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