Spiritualität in der Pflege - ein Projekt stellt sich vor

- Was kommt nach meinem Tod? Warum muss ich so leiden? In der Praxis zeigt sich, dass die Mitarbeitende kaum geschult sind in Kommunikation, die die spirituelle Dimension von Krankheit und Gesundheit mit einbezieht.

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Programm Rückenwind ESF

Zum Arbeitsalltag des Pflegepersonals in Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten, stationären Einrichtungen sowie geriatrischen Einrichtungen und Diensten gehört die unvermittelte Auseinandersetzung mit existentiellen Fragestellungen von Patienten und Bewohner (u.a. positive Diagnose, Krisen und Schmerzbewältigung, unerträgliche Lebenslagen, Leid- und Sinnfragen auch bei nahendem Lebensende). In der Praxis zeigt sich, dass sie über eine allgemeine Gesprächsführung hinaus kaum geschult sind in existentieller Kommunikation, die speziell die spirituelle Dimension von Krankheit und Gesundheit mit einbezieht.

Zusätzlich kommen Mitarbeiterinnen in einen Dauerkonflikt. Einerseits ist es ihr Ziel, umfassend pflegen zu wollen. Zugleich aber gilt es ein hohes Arbeitspensum mit maximaler wirtschaftlicher Effizienz bewältigen zu müssen, was oft auch an die Grenzen der eigenen physischen und psychischen Belastung führt. Vor diesem Hintergrund wird seit den 1990er Jahren über existentielle Kommunikation und Spiritualität (persönliche sinnstiftende Grundeinstellung, die neben anderen auch religiös sein kann) in der Pflege geforscht.

Während sich Religiosität auf verfasste Religionen bezieht, wird Spiritualität als persönliche, sinnstiftende Grundeinstellung beschrieben, die neben anderen auch religiäs sein kann. Positive Effekte von Spiritualität beziehen sich auf die Einordnung von existentiellen Fragestellungen in Sinnzusammenhängen, stiften Identität, vermitteln Halt, fragen nach Werten, stärken Hoffnung und Vertrauen.

Dieses Praxisprojekt will in sieben kleineren und mittleren Unternehmen die Umsetzung von existentieller Kommunikation und Spiritualität im Pflegealltag unter interdisziplinärer fachlicher Begleitung erproben. Die Ergebnisse werden anschließend ausgewertet und veröffentlicht.Ziel des Projektes ist es, alle in Pflegeberufen Tätigen zu befähigen, bei existentiellen Fragestellungen Hilfe und Bestand geben zu können. Gleichzeitig lernen sie auch für sich selbst, wie Ansätze von Spiritualität in der Pflege ihnen helfen können, mit existentiellen Fragen bzw. Burn-Out-Situationen im Beruf fertig zu werden.

In der Anlage steht Ihnen die ausführliche Projektbeschreibung, sowie Hinweise auf verschiedene Angebote im Rahmen des Projektes, zur Verfügung.