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20.10.2003

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"Zivildienst als Lerndienst"
Kirche und Diakonie legen Neukonzeption zum Zivildienst vor

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Berlin - Kirche und Diakonie streben eine Weiterentwicklung des Zivildienstes als Lerndienst an. Ziel ist es, dass Zivildienstleistende mit ihren Interessen und Fähigkeiten, sowie das soziale Lernen, noch mehr als bisher, im Mittelpunkt stehen. ...

Kirche und Diakonie streben eine Weiterentwicklung des Zivildienstes als Lerndienst an. Ziel ist es, dass Zivildienstleistende mit ihren Interessen und Fähigkeiten, sowie das soziale Lernen, noch mehr als bisher, im Mittelpunkt stehen.
Dieses soll Zivildienstleistende dazu befähigen schwierige existenzielle Situationen zu bewältigen und somit positive Impulse für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Männer geben. Das Konzept wurde heute in Berlin auf einer Fachtagung gemeinsam von der Evangelischen Kirche und dem Diakonischen Werk vorgestellt.

Diakonie-Präsident Jürgen Gohde: "Der Zivildienst ist in seiner Grundidee praktisch immer ein Lernort von Solidarität, Friedensfähigkeit und Zuwendung zum Nächsten gewesen. Damit hat er eine Kultur des Helfens mitgestaltet und mitverantwortet." Der Konversionsgedanke sei dabei eine große Chance für die Beteiligung und Einbringung der Fähigkeiten junger Männer. "Um soziale Lerneffekte zu erzielen, braucht es Einsatzmöglichkeiten der jungen Männer im Kontakt mit Menschen."

Nach Walter Herrenbrück, Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland für Kriegsdienstverweigerung und Zivildienst, geht es darum, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, "erste Erfahrung mit sozialer Arbeit zu machen, sich im Umgang mit anderen in die Pflicht nehmen zu lassen und sich als verlässlich zu zeigen." Im Mittelpunkt soll dabei das stehen, "was im späteren Leben sich als sinnvoll und nützlich erweisen wird."

Die Konversion des Zivildienstes zu einem Lerndienst ist aus Sicht von Kirche und Diakonie nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Verringerung und der möglichen Abschaffung der Bundeswehr zu sehen. Insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden sozialen Reformen und der damit verbundenen Eigenverantwortung soll das Engagement junger Menschen gefördert werden. Durch die Neukonzeption des Zivildienstes als Lerndienstes, wird es jungen Männern ermöglicht "die Welt sozial und gesundheitlich benachteiligter Menschen, die Welt der sozialen Arbeit zu erfahren und sensibel gegenüber diesen Mensch zu werden", so Diakonie-Präsident Jürgen Gohde. In der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie sind derzeit in etwa 8.500 Dienststellen rund 17.800 Zivildienstleistende im Einsatz. Insgesamt leisten bundesweit rund 93.500 junge Männer Zivildienst.

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