Zeitschriftenauslage 2

Pressemeldungen DW EKD

2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000

02.12.2003

Blind-PG

Wohnungslosenhilfe vor hartem Winter
Diakonie weist auf steigende Zahl von Obdachlosen hin

Text mit ReadSpeaker vorlesen

Berlin - "Die Zahl der Wohnungslosen steigt insbesondere in den Ballungsgebieten an", berichtet Diakonie-Präsident Pfarrer Dr. h.c. Jürgen Gohde heute in Berlin. Man müsse davon ausgehen, dass sich in diesem Jahr die Verarmung erstmals wieder in deutlich höheren Wohnungslosenzahlen niederschlagen werde.

"Die Zahl der Wohnungslosen steigt insbesondere in den Ballungsgebieten an", berichtet Diakonie-Präsident Pfarrer Dr. h.c. Jürgen Gohde heute in Berlin. Man müsse davon ausgehen, dass sich in diesem Jahr die Verarmung erstmals wieder in deutlich höheren Wohnungslosenzahlen niederschlagen werde.
Dabei sei die erkennbare Wohnungsnot nur die Spitze des Eisberges. Die Diakonie geht von 400.000 Menschen aus, die als sogenannte Wohnungsnotfälle bezeichnet werden. Dies bedeutet, sie leben in ungesicherten Mietverhältnissen oder unter unzumutbaren Bedingungen bei Freunden und Bekannten.

Auf eine dramatische Entwicklung in der Obdachlosenhilfe macht Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorsitzender der Evangelischen Obdachlosenhilfe, aufmerksam. Immer mehr junge Menschen landen nach seinen Worten im gesellschaftlichen Abseits. Der Altersdurchschnitt der Hilfe suchenden Menschen sei stark gesunken und liege inzwischen bei nur 38 Jahren. Die Ursachen der Wohnungslosigkeit seien vielfältig: Überschuldung, Langzeitarbeitslosigkeit und Trennungskrisen seien häufig sich überlagernde Problemlagen. Vorrangiges Ziel der Evangelischen Obdachlosenhilfe: Hilfe zur Selbsthilfe und bei den Ressourcen der Betroffenen anzusetzen. "Besonders am Herzen liegt uns daher die Arbeitsmarktförderung. Arbeitsfähige Menschen, die in stationären Einrichtungen, etwa in Wohnheimen, untergebracht sind, dürfen davon nicht ausgeschlossen sein", forderte Gern.

Eine gute Hilfe setzt für die Diakonie an der gesamten Vielfalt der Problemlagen an - an gesellschaftlichen wie an persönlichen. Dafür fordert sie gesetzliche Grundlagen. Migrantinnen und Migranten brauchen vollen Zugang zum Hilfesystem. Bisher ist dieser Zugang erschwert, und die Inanspruchnahme von Sozialhilfe führt noch immer zu Ausweisungen. Notwendig ist eine überörtliche Kostenträgerschaft für die Hilfe in besonderen sozialen Lebenslagen. Ausgrenzung und Obdachlosigkeit darf sich für staatliche und kommunale Ebenen nicht "lohnen". Die künftige Bundesagentur für Arbeit hat ihre Stärken bei der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, Kommunen und Wohlfahrtsverbände insbesondere beim zweiten Arbeitsmarkt und bei der sozialen Integration. Die Stärken beider Entwürfe lassen sich durch verbindliche, gesetzlich geregelte Kooperationsbeziehungen zwischen den Kommunen und den Trägern der Sozialhilfe kombinieren. "In diesem Sinne muss es im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat einen Kompromiss bei der Zuständigkeit für das neue Sozialgesetzbuch II geben", so Präsident Gohde.

Unter dem Dach der Diakonie und der Evangelischen Obdachlosenhilfe befinden sich bundesweit über 360 Einrichtungen, das sind bundesweit mehr als 40 Prozent der Wohnungslosenhilfe. Die Diakonie ist in diesem Bereich der mit Abstand größte Anbieter. Die Evangelische Obdachlosenhilfe e.V. ist als Fachverband Mitglied im Diakonischen Werk der EKD.

zurück

Suche

Themen und Aufgaben

Kontakt

Ute Burbach-Tasso
Pressesprecherin

Telefon: (030) 83001-130
E-Mail: pressestelle(at)diakonie.de

Social Bookmarks

Was ist das?

Diakonie Shop

Hier finden und bestellen Sie bequem unsere aktuellen Werbemittel
zum Shop