20.04.2010
Diakonie würdigt Tafelarbeit und fordert weitergehende Armutsbekämpfung
Berlin (DW EKD) - „Tafeln können helfen, Armut zu lindern. Sie sind aber kein wirksames Instrument, um Armut zu überwinden....
… Wir brauchen mehr, um Menschen zu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Nur so kann man langfristig Armut und soziale Ausgrenzung überwinden“, sagte Kerstin Griese am Dienstag in Berlin.
Die Arbeit von Tafeln oder Lebensmittelausgabestellen sei besonders nachhaltig, wenn sie mit Beratung, Bildungsangeboten und sozialen Diensten einhergehe. Arme Menschen hätten so mehr Chancen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Besonders wichtig sei dies für Kinder, damit sich Armut nicht über Generationen verfestige.
Die wachsende Zahl der Tafeln zeige deutlich, dass der Staat seiner Aufgabe nicht nachkomme, Armut strukturell zu bekämpfen und zu verhindern. „Skandalös ist, dass einzelne Behörden versuchen, die Tafeln zu missbrauchen, um Rechtsansprüche auf Hilfeleistungen nicht zu gewähren“, kritisiert Griese.
„Wir begrüßen das soziale Engagement von Menschen in der Tafelarbeit. Ihnen gebührt Anerkennung und Dank. Wir ermutigen alle Ehrenamtlichen, sozialpolitisch zu handeln und für eine materielle Grundsicherung einzutreten, die vor Armut schützt und nicht sozial ausgrenzt“, bekräftigt Griese.
Kaum ein Phänomen hat die wachsende Armut in Deutschland so ins öffentliche Bewusstsein gebracht wie die Lebensmittelausgabestellen. Sie entstanden, um den Überfluss umzuverteilen. Heute sind die Tafeln auf dem besten Weg, eine beständige Armenverpflegung zu werden. Die Zahl derer, die ihre Hilfe benötigen, wächst. Längst sind es nicht mehr nur Obdachlose, die Lebensmittelausgaben in Anspruch nehmen. In vielen Familien fehlt es durch Arbeitslosigkeit und Armut am Notwendigsten.
Evangelische Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen und Werke sind in die Initiativen der Tafelarbeit eingebunden und werden von einer großen Zahl von Freiwilligen unterstützt. Rund 40.000 Menschen engagieren sich bundesweit ehrenamtlich in der Tafelarbeit.
Eine aktuelle Positionierung der Diakonie zur Tafelarbeit wurde Dienstagabend in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin vorgestellt. Damit trägt die Diakonie zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung bei. Das Positionspapier findet sich auf der Diakonie-Homepage unter www.diakonie.de/diakonie-texte-1519-03-2010-es-sollte-ueberhaupt-kein-armer-unter-euch-sein-6538.htm.
Hier stehen weitere Informationen über die Arbeit der Tafeln.
Für Rückfragen und weitere Informationen
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Telefon (030) 83001-130, E-Mail: pressestelle@diakonie.de
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