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20.11.2003

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Diakonie warnt vor Sparkurs in der der Suchtkrankenhilfe
Kürzungen gefährden die Qualität: Viele Suchtberatungsstellen sind in ihrer Existenz bedroht

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Berlin - Viele Suchtberatungs- und Behandlungsstellen sind durch die Kürzungen der Fördermittel von Ländern und Kommunen in ihrer Existenz bedroht, warnt der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD (GVS).

Viele Suchtberatungs- und Behandlungsstellen sind durch die Kürzungen der Fördermittel von Ländern und Kommunen in ihrer Existenz bedroht, warnt der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD (GVS).
Die in einem großen Teil der Bundesländer geplanten oder bereits durchgeführten Einsparungen im Sozialbereich würden zu massiven Einschnitten bei der Suchtkrankenhilfe führen. Wenn es zu einem Abbau der wohnortnahen ambulanten Einrichtungen komme, bestünde nach Ansicht des Diakonie-Bundesfachverbandes die Gefahr, dass die Qualität der Suchtkrankenhilfe leiden würde.

"Auch der von der Bundesregierung geplanten Stärkung des ambulanten Bereichs in der Suchtkrankenhilfe läuft diese Entwicklung zuwider", kritisiert Irene Helas, Geschäftsführerin des GVS. Sie fordert angesichts des großen Umfangs von Suchterkrankungen in Deutschland den Erhalt der Landesmittel für die ambulante Suchtkrankenhilfe, aber auch für die Prävention von Suchterkrankungen und für die zielgruppenspezifische Drogen- und Suchthilfe, die vielerorts ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fallen soll.  

Rund neun Millionen Menschen in Deutschland haben gravierende Alkoholprobleme, davon sind 1,6 Millionen abhängig. 42.000 Menschen sterben jährlich an alkoholbedingten Krankheiten. 1,5 Millionen Menschen gelten als medikamentenabhängig, zu zwei Drittel sind es Frauen. Von den zwei Millionen jungen Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, sind 200.000 süchtig. 150.000 Menschen sind von Heroin und Opiaten abhängig. Unter den insgesamt 16,7 Millionen Rauchern in Deutschland sind vier Millionen Nikotinsüchtige. "Angesicht dieser Zahlen hat ein Einschnitt in die Arbeit der Hilfsorganisationen, insbesondere im Bereich der ambulanten Suchtberatungsstellen, fatale Folgen," warnt Irene Helas.

"Suchtkrankenhilfe gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Diakonie", sagt der Präsident des Diakonischen Werkes, Dr. h.c. Jürgen Gohde. "Diakonische Einrichtungen bieten eine Vielzahl von professionellen und ehrenamtlichen Hilfen für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen an. Diese Hilfen, die angesichts der unsicheren Lebensumstände vieler Menschen in Zukunft eher noch wichtiger werden, dürfen nicht gefährdet werden".

Der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD und die ihm angeschlossenen Mitgliedseinrichtungen haben in den vergangenen 25 Jahren erheblich am Auf- und Ausbau der ambulanten Suchtkrankenhilfe in Deutschland mitgewirkt. Zur Zeit gibt es über 400 Suchtberatungsstellen in diakonischer Trägerschaft.

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Ute Burbach-Tasso
Pressesprecherin

Telefon: (030) 83001-130
E-Mail: pressestelle(at)diakonie.de

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