04.03.2010
Diakonie für „Elternzeit“ zur Pflege der eigenen Eltern
Berlin (DW EKD) - Die Diakonie fordert eine „Elternzeit“ für die Pflege der eigenen Eltern analog der Elternzeit für die Kinderbetreuung.
„Das Modell von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist ein interessanter Einstieg, aber ohne eine Lohnersatzleistung werden sich nur gut Verdienende eine längere Pflegezeit leisten können“, sagt Kerstin Griese, Vorstand Sozialpolitik im Diakonischen Werk der EKD am Donnerstag in Berlin.
Zur weiteren Unterstützung und Begleitung pflegender Angehörigen sind nach Ansicht der Diakonie vielfältige Maßnahmen erforderlich. Eine wichtige Voraussetzung für die Pflege in den Familien sei ein dauerhaft verfügbares Netz von Unterstützungsangeboten. „Wir halten den flächendeckenden Ausbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten und weiteren Unterstützungsangeboten, wie Pflegenotruftelefonen, Beratungsstellen und Gesprächskreisen für pflegende Angehörige für dringend erforderlich“, betont Griese. Auch müssten Pflegekurse und individuelle Schulungen oder Anleitungen von pflegenden Angehörigen zu einer Pflichtleistung der Pflegekassen werden.
Das Pflegezeitgesetz stellt nach Ansicht der Diakonie einen ersten Schritt zu einer besseren Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbsleben dar. „Perspektivisch bedarf es hier verschiedener Nachbesserungen. Zum Beispiel muss die Lohnfortzahlung bei der kurzfristigen Freistellung von bis zu zehn Tagen analog zum Krankengeld bei Erkrankung des Kindes gesetzlich verankert werden“, so Griese.
Zurzeit sind in Deutschland 2,25 Menschen pflegebedürftig. Mehr als eine Million werden von Angehörigen gepflegt, etwa 500.000 von ambulanten Diensten. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung werden diese Zahlen in den nächsten Jahren stetig steigen.
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