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23.08.2010

Zivildienstleistender füttern alte Frau

Diakonie fordert Stärkung freiwilliger sozialer Dienste

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Berlin (DW EKD) - Die Diakonie begrüßt, dass Bundesfamilienministerin Kristina Schröder über die Folgen, die sich bei Aussetzen der Wehrpflicht für den Zivildienst ergeben würden, nachdenkt.

„Grundsätzlich unterstützen wir Überlegungen, die nach Anschlusslösungen suchen für die Menschen, die heute von Zivildienstleistenden betreut werden, für die Einrichtungen, die bisher Zivildienstleistende beschäftigen und für die jungen Menschen, die sich sozial engagieren wollen“ sagt Kerstin Griese, Vorstand Sozialpolitik im Diakonischen Werk der EKD.

Allerdings sieht Griese die Gefahr, das bisher erfolgreich bestehende Freiwillige Jahr durch die Planungen der Ministerin zu unterlaufen. „Dies darf nicht passieren. Das Freiwillige Soziale Jahr muss ausgebaut und finanziell ebenso ausgestattet werden wie ein möglicher freiwilliger Zivildienst. Nur so können Qualität und Plätze gesichert werden.“ Griese befürchtet, dass bei deutlich besserer finanzieller Ausstattung eines „freiwilligen Zivildienstes“, wie ihn die Ministerin vorschlägt, im Vergleich zum Freiwilligen Sozialen Jahr diesem das Aus droht.

Die Diakonie plädiert dafür, durch die Verkürzung des Zivildienstes frei werdende Mittel in die Freiwilligendienste zu investieren und setzt sich nachdrücklich dafür ein, die Freiwilligendienste für Jugendliche auszubauen und die Förderpauschalen deutlich anzuheben. In den Freiwilligendiensten liege die Zukunft, betont Griese. Die bisherigen Freiwilligendienste seien ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft, weil sie von den freien Trägern selbst entwickelt und angeboten würden.

Die Diakonie stellt mit der evangelischen Jugendarbeit bundesweit etwa 6.000 Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr zur Verfügung. Das Freiwilligenjahr kann auch in den Bereichen Kultur, Ökologie und Sport absolviert werden.

Zum Hintergrund: Am heutigen Montag informierte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder über den Stand der Überlegungen zum Zivildienst im Falle von Veränderungen bei der Wehrpflicht. Die Ministerin plant, bei möglicher Abschaffung der Wehrpflicht einen freiwilligen Zivildienst einzuführen. Rund 35.000 Plätze - sowohl für junge Männer als auch junge Frauen - sollen so geschaffen werden.

Derzeit werden in Deutschland jährlich rund 90.000 Zivildienstleistende beschäftigt. Die Diakonie ist mit etwa 12.000 Zivildienstleistenden im Einsatz der größte Träger von Zivildienst in Deutschland.

Für Rückfragen und weitere Informationen:
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Telefon (030) 83001-130
E-Mail: pressestelle@diakonie.de

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