04.03.2010
Diakonie fordert Ausbau eines sozialen Arbeitsmarktes
Berlin (DW EKD) - Bürgerarbeit darf nach Ansicht der Diakonie nicht vor allem als Sanktionsinstrument genutzt werden.
„Sie muss Erwerbslosen sinnvolle Beschäftigungsangebote machen, die ihnen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Bei der Entwicklung von Beschäftigungsmaßnahmen ist auch wichtig, deren Inhalte an den Bedürfnissen des Gemeinwesens auszurichten“, sagte Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik am Donnerstagabend in Berlin.
„Der öffentlich geförderte Beschäftigungssektor muss als sozialer Arbeitsmarkt ausgebaut und stabilisiert werden. Damit erhalten Langzeitarbeitslose ohne Vermittlungschancen in reguläre Beschäftigung die Möglichkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, statt dauerhaft ausgegrenzt und alimentiert zu werden“, betonte Kottnik bei der Diskussionsveranstaltung „Bürgerarbeit - ein arbeitsmarktpolitischer Weg aus der Beschäftigungskrise?“.
Um aktive Arbeitsmarktpolitik weiter zu ermöglichen, müssten intelligente Finanzierungsmethoden wie der Passiv-Aktiv-Transfer ermöglicht werden. „Ziel ist es, Arbeit zu finanzieren und nicht Arbeitslosigkeit. Das Modell sieht vor, die bisherigen Ausgaben für Arbeitslosigkeit zu bündeln und für sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im sozialen und ökologischen Bereich auszugeben. Der massenhafte Einsatz von 'Ein-Euro-Jobs' entspricht dagegen nicht unserem Verständnis eines qualitativen Förderns.“
Hintergrund ist, dass die neue Bundesregierung angekündigt hat, Modelle der Bürgerarbeit zu ermöglichen. Hinter diesem Begriff können sich verschiedene arbeitsmarktpolitische Ideen verbergen. So kann es sich dabei um die Schaffung gemeinnütziger Arbeitsplätze handeln, die als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entlohnt werden. Dahinter kann aber auch die Absicht stehen, Arbeit als Gegenleistung für die staatliche Grundsicherung zu fordern.
Informationen über das Passiv-Aktiv-Transfer-Modell der Diakonie finden sich auf der Diakonie-Homepage unter
„Option sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“.
Für Rückfragen und weitere Informationen:
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Telefon: (030) 83001-130, E-Mail: pressestelle@diakonie.de

