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21.04.2010

Kerstin Griese im Gespräch in ihrem Büro

Diakonie fordert aktive Jugendpolitik

Berlin (DW EKD) - „Die Bundesregierung hat eine eigenständige Jugendpolitik angekündigt. Wir nehmen sie beim Wort und fragen gemeinsam mit Jugendlichen nach den konkreten Zielen und Inhalten“, sagt Kerstin Griese, Vorstand Sozialpolitik des Diakonischen Werkes der EKD.

Die Diakonie fordert, besonders die benachteiligten Jugendlichen anzusprechen. „Allen jungen Menschen, gleich welcher sozialer Herkunft oder Lebenslage, muss der Zugang zu umfassender Bildung und Teilhabe gesichert werden“, betont Griese. Viele junge Menschen seien mit Ausgrenzungen konfrontiert, sie könnten nicht gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilnehmen. Jugendliche mit Migrationshintergrund stünden vor besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und dem Eintritt auf dem Arbeitsmarkt. Über zwei Millionen Unter-Achtzehnjährige leben in Deutschland in Armut.

„Jugend-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik müssen so gestaltet werden, dass sie jungen Menschen Partizipation, Chancen- und Teilhabegerechtigkeit garantieren“, sagt Griese. Und: Jugendliche müssen aktiv an für sie relevanten politischen Debatten teilnehmen können. Denn eine demokratische Gesellschaft brauche eine Jugendpolitik, die von jungen Menschen getragen und aktiv mitgestaltet werde.

Kritisch betrachtet die Diakonie den Sparkurs im Bereich der Jugendarbeit - angesichts leerer Kassen in den Kommunen. „Wer bei Kindern und Jugendlichen spart, setzt deren Zukunftschancen aufs Spiel“, kritisiert Griese. Gerade in der außerschulischen Jugendarbeit könnten junge Männer und Frauen vielfältige und wichtige Kompetenzen gewinnen. „Wir setzen uns ein für eine stärkere Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Diese Angebote brauchen besondere finanzielle Förderung“, fordert Griese.

Möglichkeit zur Partizipation am politischen Dialog bot sich rund 50 Jugendlichen am Mittwoch im Rahmen der Veranstaltung „Politik für junge Menschen“, zu der das Diakonische Werk der EKD, der Bevollmächtigte des Rates der EKD und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) eingeladen hatten. In fünf Workshops zu verschiedenen Themenkomplexen erarbeiten die Jugendlichen zunächst eigene Fragen und Positionen, die sie anschließend mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages aus allen Fraktionen diskutieren. Am Abend stellen sich Politik, Diakonie und aej den Fragen der Jugendlichen auf einem Podium in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte.

Für Rückfragen und weitere Informationen
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin

Telefon (030) 83001-130, E-Mail: pressestelle@diakonie.de

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