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01.07.2010

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Diakonie befürwortet kultursensible Psychotherapie

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Berlin (DW EKD) - Die Diakonie befürwortet, dass Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund muttersprachliche und kultursensible Psychotherapie als Sozialleistung oder Regelleistung der Krankenkassen erhalten und fordert, dass diese Leistung ausreichend zur Verfügung steht.

„Die derzeitigen Angebote für Migranten und Asylsuchende mit Gewalterfahrungen sind völlig unzureichend. Wartezeiten von zwei Jahren und mehr sowie zu wenig muttersprachliche, interkulturell kompetente und gendersensible Psychotherapeuten sind die Regel“, sagt Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik am Donnerstag in Berlin.

Die Diakonie unterstützt damit eine aktuelle Forderung von Verbänden und Initiativen. „Wenn stark traumatisierte Menschen nicht oder nicht angemessen psychotherapeutisch versorgt werden, kann dies zu einer Chronifizierung der Krankheit führen. Dies belastet nicht nur die Betroffenen erheblich, sondern die gesamte Familie und insbesondere die Kinder. Die Folgekosten für das Gesundheitssystem sind nicht absehbar“, betont Kottnik.

Diese mangelhafte Versorgung müsse zudem auf Verträglichkeit mit geltendem EU- Recht  geprüft werden. „Alle EU-Aufnahmeländer sind dazu verpflichtet, besonders schutzbedürftige Personen zu behandeln, die schwere Formen von Gewalt wie Folter oder Vergewaltigung erlitten haben“, erklärt der Diakonie-Präsident.

Mehrere Verbände und Initiativen haben in einer Online-Petition gefordert, die Versorgung von Migranten und Flüchtlinge mit ausreichenden kultur- und gendersensiblen sowie muttersprachlichen Psychotherapie-Angeboten sicherzustellen. Sie sollen als Regelleistung ins Krankenversicherungssystem eingebunden werden.

Für Rückfragen und weitere Informationen
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Telefon (030) 83001-130, E-Mail: pressestelle@diakonie.de

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