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18.10.2007

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"Diakonie als markanter Akteur der Zivilgesellschaft" und: "Die Kirche hat nicht eine Diakonie, die Kirche ist Diakonie!"
Standortbestimmung anlässlich der Diakonischen Konferenz des Diakonischen Werkes der EKD in Münster

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Münster (DW EKD) "Diakonie entfaltet ihre öffentliche Kraft in der Einheit von religiöser Authentizität und praktischer Nächstenliebe." Und "öffentliche Diakonie nimmt ernst, dass die Gesellschaft pluralistisch geworden ist."

Sie hat "keine Angst vor der Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen aber auch nicht zivilgesellschaftlichen Kräften anderer weltanschaulicher Hintergründe." Diese mögliche Standortbestimmung für eine Diakonie in Zeiten des Umbruchs gab am letzten Tag der Diakonischen Konferenz in Münster Professor Heinrich Bedford-Strohm, Universität Bamberg, in seinem "theologischen Impuls" zum Thema "Vernetzung Kirche – Diakonie - Welt".

Dabei bezieht er sich auch explizit auf die "Ortsbestimmung diakonischer Arbeit" von Johann Hinrich Wichern, Gründungsvater der Diakonie, die "nichts von ihrer Aktualität verloren hat." "Die Kirche hat nicht eine Diakonie, die Kirche ist Diakonie! Und die Diakonie hat nicht eine Kirche, sondern sie ist Kirche", so Bedford-Strohm. Die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben gehöre zu den Kerndimensionen einer christlichen Existenz in den Gemeinden.

In einigen Gemeinden habe sich bereits eine enge Verzahnung von Kirche und Diakonie im Alltag der Einrichtungen etabliert, beispielsweise zugunsten gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen die Armut. "Anwaltschaft, die sich der biblischen Option für die Armen verdankt, bedarf des kritischen Einspruchs, wo der Staat seinen Aufgaben nicht nachkommt." Aufgrund ihres Öffentlichkeitsauftrags könne sich die Diakonie als "markanten Akteur der Zivilgesellschaft verstehen", der an der Aufgabe mitwirkt, "den Staat immer wieder von neuem an seine Verantwortung für soziale Gerechtigkeit zu erinnern und dabei Anwältin für die zu sein, die keine Stimme haben." Die politische Ebene tue gut daran, künftig noch stärker auf die Stimmen der Kirchen und ihrer diakonischen Institutionen zu hören, denn es gebe "wenige Großorganisationen, die gesellschaftlichen Einfluss haben und so nah am Menschen sind".

Bedford-Strohm verweist zugleich auf die "unternehmerische Dimension" diakonischer Einrichtungen, die sie ernst nehmen müsse. Sie könne sich aber "niemals einfach als Unternehmen definieren, so als ob das ihr Hauptidentitätsmerkmal wäre. Würde sie das tun, mag sie sich am Markt erfolgreich aufstellen und beeindruckende Bilanzen vorlegen, aber sie wäre nicht mehr Ausdrucksform der Kirche Jesu Christi."

Zum Thema "Vernetzung Kirche - Diakonie - Welt" aus der Sicht eines diakonischen Unternehmens stellt Friedrich Trapp, Geschäftsführer der Martin-Luther-Stiftung Hanau, eine "nachhaltige Veränderung der Situation diakonischer Einrichtungen fest." Die "Abkehr vom Selbstkostendeckungsprinzip hin zu einem Sozialmarkt hat einen echten Wettbewerb der unterschiedlichen Leistungserbringer hervorgebracht". Ein solcher Wettbewerb sei aber nicht zum Schaden diakonischer Unternehmen, "vor allem dann nicht, wenn es gelingt, Wettbewerb nicht als Preiswettbewerb, sondern als Qualitätswettbewerb zu verstehen und auszutragen.

Problemmeldungen im Bereich Pflege stellt Trapp in Zusammenhang mit Strukturproblemen und Unterfinanzierung von Heimen. Er fordert "eine gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber, was wir bereit sind, für die Pflege alter Menschen aufzuwenden", und auf der anderen Seite eine "unabhängige Untersuchung der Bedingungen, unter denen Pflege erbracht wird." Trapp tritt zugleich für eine stärkere Verbindung von professioneller Arbeit und der Einbeziehung ehrenamtlicher Tätigkeiten ein. "Es geht um die Notwendigkeit eines neuen Miteinanders von Haupt- und Ehrenamt, das mehr ist als Vernetzung von Kirche und Diakonie, es ist tätige Nächstenliebe vor Ort."

Diakonisches Werk der EKD e.V.
Barbara Maria Vahl, Pressesprecherin

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