11.01.2012
Münchner Diakoniechef verteidigt Kirchentarif
München (epd) - Der Geschäftsführer der Inneren Mission München, Günther Bauer, will sich den Vorwurf von Dumpinglöhnen in der Diakonie nicht gefallen lassen.
„Bei einem Vergleich der einzelnen Tarife steht die Diakonie gut da“, sagte Bauer am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz des evangelischen Sozialunternehmens in München.
Wie aus einem Vergleich der Jahresbruttogehälter für Pflegefachkräfte des öffentlichen Dienstes, der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie hervorgehe, unterscheide sich das Gehalt kaum. Allerdings habe die Diakonie die Struktur der Bezahlung verändert: „Die Diakonie startet mit einem höheren Anfangsgehalt. Dafür gibt es später nicht so starke Gehaltssteigerungen“, sagte Bauer. Auf einen Zeitraum von rund 20 Jahren gerechnet gleiche sich das Gesamtvolumen der Gehälter im Vergleich der Tarife aus.
Bauer stützte sich bei seinen Ausführungen auf eine Statistik des Verbands diakonischer Dienstgeber in Deutschland. Demzufolge beträgt die Jahresvergütung einer Pflegefachkraft im ersten Jahr im öffentlichen Dienst rund 27.600 Euro, bei der Diakonie hingegen 29.400 Euro. Nach acht Jahren steigt das Gehalt im öffentlichen Dienst auf 31.200 Euro, bei der Diakonie auf 32.800 Euro. Nach 20 Jahren gibt es kaum noch einen Unterschied: Dann verdient die Fachkraft im öffentlichen Dienst 34.200 Euro, die bei der Diakonie 34.700 Euro.

