Mädchen brauchen besondere Aufmerksamkeit und spezialisierte Hilfe

- Anlässlich des Weltkindertages macht die Diakonie Deutschland auf die besondere Schutzbedürftigkeit von geflüchteten Mädchen aufmerksam.

Mädchen schaut zwischen den Beinen von Polizisten hindurch
Flüchtlinge warten im Budapester Ostbahnhof auf die Weiterreise nach Westen epd-Bild/Wolfgang Noack

„Minderjährige Flüchtlinge sind aufgrund ihrer Erlebnisse und Fluchterfahrungen physisch und psychisch extrem belastet. Sie sind besonders auf Fürsorge und Schutz durch Erwachsene angewiesen. Für Mädchen potenzieren sich traumatische Erlebnisse und Gewalterfahrungen, nicht selten schon vor der Flucht“, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

Allein reisende Mädchen fliehen nicht nur vor extremer Not, Krieg und Vertreibung sondern auch vor Zwangsverheiratung, sexueller Gewalt und Genitalverstümmelung. „Diese Mädchen brauchen dringend spezialisierte Hilfe und Begleitung durch geschulte weibliche Fachkräfte“, betont Loheide. 2014 kamen etwa 1.100 allein reisende Mädchen nach Deutschland. Das sind 10 Prozent der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

Aber auch Mädchen, die mit ihren Familien nach Deutschland kommen brauchen besondere Aufmerksamkeit. Sie dürfen nicht von ihren Familien abgeschottet werden, sondern müssen schnell Angebote zur Integration erhalten. Sie benötigen kultursensible Beratung und Begleitung, Freizeitangebote und Sprachkurse durch weibliche Fachkräfte. Gleichzeitig muss mit den Familien gearbeitet werden.

Die Diakonie setze sich dafür ein, dass die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen in der Flüchtlingsarbeit besondere Berücksichtigung findet. „Eine getrennte Unterbringung für alleinstehende Frauen und ihre Kinder sowie spezielle Wohngruppen für (unbegleitete) Mädchen sind ein wichtiger Schritt. Weiter gehören dazu ausreichend geschulte weibliche Fachkräfte, muttersprachliche Therapeutinnen, geschlechter- und traumasensibel geschulte Ärztinnen und weibliche Dolmetscher. Die Berücksichtigung mädchenspezifische Bedarf muss standardmäßig ein Qualitätskriterium der gesamten Flüchtlingsarbeit sein, von der Gewährung von (Schutz-)Räumen über spezifische pädagogische Arbeit bis hin zur psychologischen Betreuung“, fordert Loheide.

Nach Schätzungen des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben derzeit 11.000 geflüchtete Mädchen und Jungen in Deutschland.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin