Legale Einwanderung zur Arbeitsaufnahme aus den West-Balkan-Staaten in die EU muss erleichtert werden

- Angesichts der derzeitigen Debatte um die Einwanderung aus dem West-Balkan fordert die Diakonie Deutschland dringend einen migrationspolitischen Kurswechsel. Statt der geplanten Abwehrmaßnahmen von Asylanträgen sollten alternative Einwanderungswege für Arbeitsmigration eröffnet werden.

schüchternes Roma-Mädchen
Roma demonstrieren in Berlin gegen ihre Abschiebung epd / Christian Ditsch

Die Diakonie Deutschland hält es für falsch, den West- Balkan als Drittstaatenenklave innerhalb der EU zu isolieren. "Die Menschen, die aus Bosnien, Serbien, Mazedonien, Kosovo und Albanien zu uns kommen, sollten bei uns eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen und auch die Möglichkeit erhalten, sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, die sich am Mittwoch über die Flüchtlingsarbeit der Diakonie Dortmund informierte. "Viele von den Zuwandernden können insgesamt vom europäischen Arbeitsmarkt profitieren."

Überlegungen zur Wiedereinführung der Visumpflicht, die Einstufung von Albanien, Montenegro und dem Kosovo zu weiteren sicheren Herkunftsländern sowie die Planung von Abschreckungsmaßen, lehnt Loheide mit Nachdruck ab. "Diese Maßnahmen verhindern nicht, dass Menschen ihr Land verlassen. Stattdessen sollten vereinfachte Verfahren der legalen Einwanderung  angestrebt werden." Von den knapp zwei Millionen Einwohnern des Kosovo haben sich 800.000 Menschen zwischen

1990 und 2002 im deutschsprachigen Raum aufgehalten, teilweise sind sie hier geboren. Viele könnten an diese Verbindung anknüpfen, mitunter sprächen sie besser Deutsch als Albanisch, betont Loheide.

Loheide, die sich auch im Kosovo über die Situation der Menschen informierte: "Wir  brauchen zügig eine gesamteuropäische Unterstützung für die Region, um den Menschen dort bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, damit die Fachkräfte, die beim Aufbau einer guten Infrastruktur dringend gebraucht werden, auch in ihrer Heimat eine lohnenswerte Perspektive haben."

Zum 1. August.2015 ist für abgelehnte Asylsuchende aus den West-Balkanländern, die zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt worden sind, eine Gesetzesverschärfung in Kraft getreten. Deutsche Behörden können in diesen Fällen eine Wiedereinreisesperre für den gesamten EU-Schengenraum verhängen. Dann sind noch nicht einmal Besuche von Familienmitgliedern in der EU erlaubt. Diese Regelung wurde bisher nur bei Ausweisungen für Straftäter und b ei Abschiebungen angewandt.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin