05.06.2009

Blind-PG

Vielfalt anerkennen und gestalten
Zu den Aufgaben von Diakonie und Kirche in der Einwanderungsgesellschaft

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Kirche und Diakonie stehen in einer Einwanderungsgesellschaft wie der unseren vor neuen Herausforderungen: Menschen anderen Glaubens sind längst in den sozialen Diensten und Einrichtungen angekommen. Aber auch zugewanderte Christen und ihre Gemeinden teilweise anderer Sprache und Herkunft verändern historisch gewachsene Formen des Christentums.

Die Kirche bejaht kulturelle und religiöse Vielfalt. Der Mensch als Gottesgeschöpf ist nur in der Gemeinschaft, in der Lebendigkeit des menschlichen Miteinanders denkbar – die Schöpfung Gottes ist auf Vielfalt angelegt. Die Bibel erzählt von der entstehenden Vielzahl an Völkern, Sprachen und Kulturen. Aber sie erzählt auch von Versuchen, Vielfalt durch Gewalt und Unterdrückung zu unterbinden, von Rassismus, von einseitigen Absolutheitsansprüchen: So etwa in der Schilderung des gescheiterten Versuchs der Vereinheitlichung durch den Turmbau zu Babel. Eindeutigkeit und Uniformität statt Mehrdeutigkeit und Kommunikation: Das ist das bedenkliche Projekt der Turmbau-Gesellschaft. Die Geschichte erzählt davon, wie Gott dieses Vereinheitlichungsprojekt scheitern lässt, um einer Mehrzahl von Völkern und Kulturen Raum zu schaffen. Indem Gott die Sprachen verwirrt und Menschen zerstreut, rettet Gott die Vielfalt und zerstört die uniforme Einheit. Vielfalt ist gottgewollt.

Kirche und Diakonie können viel zur Integration einer vielfältiger werdenden und von Migration geprägten Gesellschaft beitragen. Sie wollen dazu beitragen, die ethnische, kulturelle und religiöse Pluralität unserer Gesellschaft zu gestalten: gerecht, verbindend und verbindlich. So sind sie wachsam, wo Migranten und Flüchtlingen Rechte vorenthalten werden, wo ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verweigert wird, wo sie Opfer von Diskriminierungen werden.

entlehnt dem Text von Alfred Buß „Vielfalt anerkennen und gestalten. Zu den Aufgaben von Diakonie und Kirche in der Einwanderungsgesellschaft“, In: danken und dienen 2009. Gib mir eine Chance. Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft, S. 6-10.

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Johannes Brandstäter
Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft

Tel.: (030) 83001-346
E-Mail: migration(at)diakonie.de

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