Grenzen des Helfens oder Hilfe an der Grenze?

Das Problem des assistierten Suizids berührt Grundfragen des Verständnisses von Leben und Sterben des Menschen. Aus Sicht der Diakonie geht es vor allem um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit den Betroffenen.

Die Diakonie Deutschland setzt sich dafür ein Menschen in Krisensituationen zu helfen und ihnen beizustehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Wunsch nach Suizid geäußert wird, ausgelöst durch Angst vor Schmerzen, vor Kontrollverlust oder befürchtetem, sozialem Bedeutungsverlust. Auch unbehandelte Depressionen lösen oftmals den Wunsch nach einem Suizid aus. Deshalb setzt sich die Diakonie Deutschland für eine Stärkung der Suizid-Prävention ein, die die existentiellen Ängste Betroffener wahrnimmt und Wege zur Hilfe sucht.

Sie begrüßt die politische Zielsetzung, die Hospiz- und Palliativversorgung zu stärken und fordert gleichzeitig deren Ausbau. Dazu gehört auch, die Erkenntnisse der Hospizbewegung und der Palliativmedizin breiter zu kommunizieren, damit sie auch in der Primärversorgung, z.B. von Hausärzten angewendet werden. Dies kann dazu beitragen, die Furcht vor einem schweren, unbegleiteten Sterben zu vermindern.

Jede Form organisierter Sterbehilfe ist abzulehnen. Denn - zugespitzt - würde dies dazu führen, dass Suizid durch die organisierte Beihilfe zur gesellschaftlich akzeptierten, unhinterfragten normalen Variante des Sterbens wird und die Beihilfe zum Suizid zur entsprechend normalen Hilfe(leistung) für Sterbende.

Die Diakonie Deutschland befürwortet keine Regelungen, die ein Verständnis fördern würden oder könnten, wonach Beihilfe zum Suizid eine Option unter anderen sein könnte, einem Menschen zu helfen und beizustehen. Ebenso befürwortet die Diakonie Deutschland keine Regelungen, die dazu beitragen würden, Beihilfe zum Suizid zum Merkmal oder Element professionellen Handelns von Ärzten und Pflegenden werden zu lassen.