Geschichten zum Freiwilligen Engagement in der Diakonie
Viele unterschiedliche Menschen engagieren sich freiwillig in den diakonischen Aufgabenbereichen. Erfahren Sie mehr in denGeschichten zum Freiwilligen Engagement in der Diakonie
Warum es sich lohnt und wie es geht
02.02.2011
Kampagnenmotiv: Ehrenamtliche Lilo Foldenauer
Berlin/Stuttgart (DWEKD/Ulrike Pape) - Früher war Lilo Foldenauer Arzthelferin, heute ist sie Nachhilfelehrerin, manchmal auch Kindergärtnerin oder Schulweg-Begleiterin – und Modell. Auf den Plakaten der Diakonie zum Jahresthema „Freiwilliges Engagement“ lächelt sie uns entgegen. Denn die vielen neuen Jobs, die die 62-Jährige gegenwärtig macht, sind ehrenamtlich.
Bei den Stadtteil-Assistenten in Stuttgart engagiert sie sich mehrmals die Woche. Geld erhält sie dafür nicht. Der Job zahlt sich anders für sie aus, wie sie berichtet: „Ich lerne die verschiedensten Menschen kennen, mit denen ich sonst nie Kontakt hätte und bekomme Einblick in andere Kulturen.“
Zum Beispiel Farah, die vor acht Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam. Einmal in der Woche gibt ihr Lilo Foldenauer „ein bisschen Nachhilfe“, zum Beispiel in Sachen deutsche Grammatik oder berät sie bei der Arbeitssuche. Das Ziel der 48-jährigen Iranerin: deutsche Staatsbürgerin werden und eine Arbeit finden, die sie ernährt. „Den Einbürgerungstest wird sie bestehen“, ist Lilo Foldenauer überzeugt, „Sie spricht schon so gut Deutsch. Nur manchmal muss ich ihr helfen, das richtige Wort zu finden“.
Die Iranerin hat ihr die Evangelische Gesellschaft Stuttgart vermittelt, die zum Diakonischen Werk Württemberg gehört. Aber nicht nur die Diakonie, auch das Jugendamt oder die Kirche wenden sich an die Stadtteil-Assistenten, wenn sie jemanden haben, der Unterstützung braucht. „Wir sind keine ausgebildeten Sozialarbeiter“, erläutert Lilo Foldenauer. „Wir machen im Prinzip nur das, was früher auf dem Land normal war: Wir helfen uns gegenseitig.“
„Partner sein für Menschen in Notlagen“
Die Initiative gründete vor acht Jahren der evangelische Pfarrer Thomas Koser-Fischer in Stuttgart-Rot, die Koordination der Ehrenamtlichen hat Hans Foldenauer übernommen. „Partner sein für Menschen in Notlagen“ lautet der Slogan der Stadtteil-Assistenten. Neben der Iranerin betreut Lilo Foldenauer zurzeit noch einen kleinen Jungen, dessen alleinerziehende Mutter mit seinem Temperament überfordert ist. „Mein Mann und ich spielen mit ihm Brettspiele und Uno“, berichtet sie und strahlt, weil „diese Betreuung leicht fällt und viel Spaß macht“. In anderen Fällen sei aber Geduld wichtig und zu akzeptieren, „dass es manchmal auch nicht klappt“. Zuletzt sei sie traurig gewesen, als ein 14-Jähriger, dessen Eltern gehörlos sind, nicht mehr zu den vereinbarten Treffen kam. „Ich habe versucht, ihm den Sinn schulischer Erziehung zu vermitteln und bei den Schulaufgaben geholfen, irgendwann wollte er nicht mehr“, berichtet Lilo Foldenauer. „So ist wohl das Leben“.
Dass sie dieses Jahr als Kampagnenmotiv für die Diakonie vielerorts auf Plakaten zu sehen ist, „erheitert“ sie. „Ich bin gut getroffen“, sagt sie und lacht. „Vielleicht motiviert das Bild andere, sich auch freiwillig zu engagieren. Initiativen wie die Stadtteil-Assistenten müsste es in jedem Stadtteil geben. Es gibt so viele Menschen, die dafür Zeit hätten“.
Weitere Informationen zu den Stadtteil-Assistenten in Stuttgart geben Lilo und Hans Foldenauer:
foldenauer-zuff@t-online.de

