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09.06.2011
FSJ: Offen auch für Menschen außerhalb Deutschlands
Hildesheim (DWEKD/Ralf Neite) - Irina Mukhina und Anna Kruglova haben einen weiten Weg zurückgelegt, um in der Diakonie Himmelsthür ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leisten zu können. Sie kommen aus Iwanova, 300 Kilometer südlich von Moskau.
Hilke Tietjen ist eine waschechte Ostfriesin, und Ostfriesen gelten als heimatverbundene Menschen. Dass die 19-Jährige aus Leer für zwölf Monate nach Hildesheim-Sorsum gezogen ist, hat einen besonderen Grund: Hier absolviert sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ genannt. Doch die Distanz Leer-Hildesheim sei noch gar nichts, sagt Hilke Tietjen mit einem Blick nach links: Da sitzen ihre beiden FSJ-Kolleginnen Irina Mukhina und Anna Kruglova, die haben ganz andere Wege hinter sich.
Gute Deutschkenntnisse werden vorausgesetzt
Die beiden 22-Jährigen stammen aus Iwanova, und wenn man in Erdkunde nur mäßig bewandert ist, muss man erst einmal nachfragen, wo das wohl liegt. „In Russland, 300 Kilometer südöstlich von Moskau“, lautet die Antwort in einwandfreiem Deutsch. Kein Wunder, dass sie es so gut beherrschen, sie haben vor kurzem ihr Studium in Germanistik und Pädagogik abgeschlossen.
An der Universität in Iwanovo haben Irina Mukhina und Anna Kruglova von der Möglichkeit erfahren, in Deutschland ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen. „Wir dachten, das ist eine gute Gelegenheit, um etwas Neues kennen zu lernen und die deutsche Sprache noch besser zu lernen“, erzählt Anna Kruglova. Der Kontakt nach Deutschland kam über den Verein für internationalen und interkulturellen Austausch (VIA) zustande, der vornehmlich Freiwilligendienste im In- und Ausland vermittelt. Ein Partner in Deutschland ist das Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche Hannovers, das FSJ-lern in spe soziale Einsatzstellen vermittelt, darunter die Diakonie Himmelsthür. Als einer der größten Träger von Leistungen der Eingliederungshilfe in Niedersachsen bietet die Diakonie Himmelsthür Menschen mit Behinderung betreute Wohn- und Lebensangeboten in verschiedenen Häusern und Wohngruppen. Ziel ist, durch Lern-, Förder- und Arbeitsangebote den Menschen weitgehende Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zu ermöglichen.
Die Kosten für die An- und Rückreise, Unterkunft und Verpflegung der FSJ-lerinnen teilen sich das Diakonische Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und die Diakonie Himmelsthür. Ein Taschengeld in Höhe von 180 Euro pro Monat gibt es zusätzlich. Ähnlich funktioniert die Kooperation mit dem Bundesfreiwilligendienst, der zum 1. Juli startet. Die Einsatzorte sind über ganz Niedersachsen verteilt, von Bad Pyrmont und Bad Salzdetfurth im Süden bis Wietze und Wildeshausen im Norden. Auch die Einsatzfelder sind vielfältig: ob alltagsbegleitende Tätigkeiten wie gemeinsames Kochen und Backen, Spazierengehen oder Gärtnern oder aber Assistieren in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung.
„Eine Erfahrung für das ganze Leben“
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte, kann dies zum Beispiel in der Luise-Scheppler-Schule der Diakonie Himmelsthür: „Besonders im Fachunterricht wie Sport oder Schwimmen werden oft viele Hände gebraucht“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Ulrike von Hoeren. Die Erfahrungen seien bislang durchweg positiv, sagt die Lehrerin, „wir erleben die FSJ-lerinnen im Schulalltag wirklich als Hilfe.“ Die Arbeit mit den Kindern sei manchmal anstrengend, aber sehr interessant und das FSJ „eine Erfahrung für das ganze Leben“, betont auch FSJ-lerin Irina Mukhina.
Nähere Informationen für alle, die an einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder einem Bundesfreiwilligendienst interessiert sind, gibt es in der Diakonie Himmelsthür bei Andrea Strobel-Brunke, Telefon 05121/604-125, E-Mail: andrea.strobel-brunke@dw-hi.de

