Flüchtlingsfrauen brauchen besonderen Schutz vor Gewalt

- Die Zahl von Flüchtlingen steigt und damit auch die Anzahl weiblicher Flüchtlinge.

eine Mutter mit zwei Kindern wartet auf die Weiterreise nach Deutschland
Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze epd-Bild / Lukas Barth

Die Diakonie hält es für dringend geboten, die besondere Situation und die Bedürfnisse von Flüchtlingsfrauen stärker in den Blick zu nehmen. „Die Situation in den Flüchtlingsunterkünften ist für Frauen oftmals unzumutbar. Bei allen schnellen und pragmatisch notwendigen Unterbringungslösungen dürfen Frauen in überfüllten Flüchtlingslagern nicht wieder Opfer von Gewalt werden“, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. „Sie brauchen sichere Orte, idealerweise abgeschlossene Wohneinheiten oder abschließbare Zimmer, separate Sanitär- oder Duschräumen und geschützte Gemeinschaftsräume. Genauso wichtig ist sensibilisiertes Personal“, so Loheide weiter.

Um weibliche Flüchtlinge angemessen zu unterstützen, seien interkulturell geschulte Mitarbeitende sowie entsprechende Fortbildungen für Fachkräfte und freiwillig Engagierte notwendig. „Jede Flüchtlingseinrichtung sollte ein Gewaltschutzkonzept zur Prävention und Intervention bei geschlechtsspezifischer Gewalt haben bzw. dringend entwickeln“, erklärt  Loheide.

Flüchtlingsfrauen benötigen leicht zugängliche Angebote der gesundheitlichen Versorgung. „Traumatisierungen und Gewalt, die Frauen auf der Flucht erlebt haben, müssen zum Beispiel durch geschlechts- und kultursensible psychosoziale und medizinische Beratung und Versorgung besser berücksichtigt werden,“ betont Loheide. Viele Frauen würden zudem ihre Rechte nicht kennen. Sie bräuchten neben Informationen im Aufenthaltsrecht und zum Gewaltschutzgesetz auch Informationen über Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser. „Schon jetzt finden Flüchtlingsfrauen Zuflucht vor Gewalt in Frauenhäusern. Die notwendigen Kapazitäten müssen schnellstmöglich zur Verfügung gestellt werden, Aufenthaltsrechtliche Hürden für Frauen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus sind zu beseitigen“, fordert Loheide.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin