Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft
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Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft
Deutschland ist eine Einwanderungsgesellschaft. 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben hier – das ist fast ein Fünftel der Bevölkerung. Viele Migrantinnen und Migranten sind erfolgreich und bereichern unsere Gesellschaft. Sie engagieren sich am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Familie. Sie verfügen über eigene Ressourcen, um für sich, ihre Angehörigen und – über die von ihnen geleisteten Steuern und Abgaben und die Schaffung von Arbeitsplätzen – für die Allgemeinheit da zu sein.
Allerdings sind Migrantinnen und Migranten häufig von gesellschaftlichem Ausschluss bedroht. Bis heute wird die Einwanderungsrealität des Landes von vielen geleugnet und das Leben von Eingewanderten in Deutschland grundsätzlich in Frage gestellt. Diskriminierende Abwehrhaltungen sind hierbei sowohl Ursache als auch Folge. Im Ergebnis sind viele Migrantinnen und Migranten strukturell benachteiligt – am Arbeitsplatz und bei der Jobsuche, in der Schule, bei der Wohnungssuche und in vielen anderen alltäglichen Situationen.
Für ein verstärktes und selbstverständliches Teilhaben und Teilwerden der in Deutschland Angekommenen sind Politik, Gesellschaft und auch Kirchen in der Verantwortung. Im Jahr 2007 hatte das Diakonische Werk der EKD deshalb die Rahmenkonzeption Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft vorgelegt. Darin macht sie deutlich, dass sie es als ihre Aufgabe versteht, ein respektvolles Kennenlernen und friedliches Zusammenleben in einer solidarischen Gesellschaft zu fördern, Rassismus in jeder Form entgegenzutreten und für die Verwirklichung der Menschenrechte einzutreten. Basis für diakonisches Handeln ist das Evangelium.
Die Diakonie will auf die Lebenswirklichkeit von Eingewanderten aufmerksam machen, ihr interkulturelles Profil als Wohlfahrtsverband in der Einwanderungsgesellschaft stärken und ihre politischen Positionen zur Migrations-, Integrations- und Antidiskriminierungspolitik deutlich machen.

