FSJ: Offen auch für Menschen außerhalb Deutschlands
FSJ im Kindergarten: „Ich möchte gar nicht woanders arbeiten“
Freiwilligendienst: Mein diakonisches Jahr in Costa Rica
Erfolgsmodell Freiwilligendienste
Erfolgsmodell Freiwlligendienste
Generationsübergreifende Projekte werden unterstützt
Mehr als 20.000 junge Menschen leisten jedes Jahr freiwillig einen Dienst an der Gemeinschaft. Die Zahl der Interessenten schätzt die Evangelische Kirche in Deutschland auf fast 40.000. Damit übersteigt die Nachfrage bei weitem das Angebot an Plätzen. Die meisten Freiwilligen sind in Einrichtungen für alte oder behinderte Menschen, in der Kinder- und Jugendhilfe und in Krankenhäusern tätig.
Außer dem Freiwilligen Sozialen Jahr gibt es auch die Möglichkeit zu einem Freiwilligen Ökologischen Jahr. Die meisten Plätze werden hier in der Jugendarbeit, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Landwirtschaft angeboten. Mit einem neuen Gesetz sind im Jahr 2002 sind auch Einsätze in Kultur, Sport und Denkmalpflege möglich geworden.
Das Angebot ist attraktiv, so dass längst nicht nur junge Frauen davon Gebrauch machen. Allein in den letzten zwei Jahren hat sich der Anteil der männlichen Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres auf 24 Prozent verdoppelt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass junge Männer ein Freiwilligenjahr an Stelle des Zivildienstes leisten können.
Das ist aber sicher nicht der einzige Grund. Der Freiwilligendienst stellt für beide Seiten eine Bereicherung dar. Die Absolventen lernen ein neues Arbeitsfeld kennen und können sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit einbringen. Hinzu kommt das Gefühl „etwas Gutes und Sinnvolles“ zu tun. Darüber hinaus erwerben sie so Kompetenzen, die ihnen auch in ihrem späteren Leben nützen können.
Für soziale Einrichtungen wie die Diakonie leisten die Freiwilligen wichtige Arbeit und unterstützen die Mitarbeiter bei ihrem Dienst am Menschen. Über 5.000 Freiwillige sind allein für die evangelische Trägergruppe tätig. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Gesamtteilnehmerzahl hier um 70 Prozent gesteigert.
Eine Untersuchung, die die Bundesregierung 2002 in Auftrag gegeben hatte, bestätigt diesen Trend. „Freiwilligendienste sind Erfolgsmodelle, das zeigt uns die Studie ganz deutlich,“ erklärt das Bundesfamilienministerium. Zukünftig will es die Einsatzfelder für Freiwilligendienste noch weiter ausbauen. Auch Ältere sollen durch das Programm „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ einbezogen werden. Im Haushalt 2006 sind zwei Millionen Euro mehr für die Freiwilligen Dienste vorgesehen als noch im Vorjahr. Auch das zeigt die große gesellschaftliche Bedeutung des freiwilligen Engagements. Diese Bedeutung betont auch die EKD in ihrer Argumentationshilfe „Freiheit und Dienst“.
Ein Freiwilliges Soziales Jahr kann man nicht nur in Deutschland absolvieren. Der bundeszentrale Träger Evangelische Freiwilligendienste bietet auch die Möglichkeit eines Diakonischen Jahres im Ausland. 129 junge Leute aus ganz Deutschland haben Ende August ihren Freiwilligendienst im Ausland angetreten. Belgien, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Schweden, Dänemark, Tschechien, Österreich, Italien, Polen, die Slowakei, Ungarn, Estland und die Ukraine sind mögliche Einsatzorte.
Auch dieses Programm wird für Ältere geöffnet. Erstmalig können in diesem Jahr auch Menschen über 26 ein Diakonisches Jahr im Ausland absolvieren. Zunächst geht dies nur in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Rumänien, Tschechien, der Ukraine, Ungarn und Polen. Weitere Länder werden aber folgen.
Damit die zukünftigen Helfer wissen, was sie im Ausland erwartet, finden ab Mitte Oktober bundesweit Infoveranstaltungen statt. Nur wer an einer solchen Veranstaltung teilgenommen hat, hat die Chance im September 2007 ins Ausland zu gehen. Beim Informationstag nämlich berichten nicht nur Ehemalige von ihrem Diakonischen Jahr im Ausland. Hier werden auch die Bewerbungsunterlagen für das nächste Jahr verteilt. Die Bewerbungsfrist endet am 19. Dezember 2006.
Die gründliche Vorbereitung zeigt, welchen großen Wert die Verantwortlichen auf die Betreuung der Freiwilligen legen. Das gilt auch für die Zeit im Ausland. Hier sorgen die ausländischen Partnerorganisationen für einen reibungslosen Ablauf. Die Begleitung in Deutschland und vor Ort ermöglicht den Helfern einen guten Einblick in das Leben in ihrem Gastland. In den meisten Ländern werden sogar Sprachkurse für die Gäste aus Deutschland angeboten.

