Entscheidend für Sterbebegleitung in Pflegeheimen ist die Personalausstattung

- Diese Woche entscheidet der Bundestag über eine Neuregelung des assistierten Suizids.

Als Bankmanagerin tätig, wechselt Andrea Hoffmann die Seiten und engagiert sich für eine Zeit im Hospiz in Leipzig
Die Bankmanagerin Andrea Hofmann (links) liest Heinz Hartmann im Leipziger Hospiz "Advena" vor. epd-Bild / Uwe Winkler

„Bei der engagiert geführten Diskussion wurde viel zu wenig an die Wünsche nach Selbstbestimmung  der vielen sehr alten und pflegebedürftigen Menschen in unserem Land  gedacht. Menschen, die häufig nicht mehr für sich selber sorgen können. Sie sind in einem besonderen Maße darauf angewiesen, dass wir ihnen ein hohes Maß an Lebensqualität und Selbstbestimmung am Lebensende garantieren“, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie am Mittwoch in Berlin.

Umfragen zeigten, dass viele Menschen in Deutschland Angst vor einem langen qualvollen Sterbeprozess in hohem Alter hätten und deshalb Sterbehilfe befürworteten. „Diese Angst können wir ihnen nur nehmen, wenn sie sich auch am Lebensende gut versorgt wissen. Dazu müssen wir dringend die palliative Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden in Altenpflegeheimen verbessern“, betont Lilie.

Leider reiche das neue Gesetz zur Weiterentwicklung der Palliativversorgung in Pflegeheimen und Krankenhäusern, über das der Bundestag ebenfalls diese Woche abstimmt, dafür nicht aus. „Eine abgestimmte Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase, wie sie der Gesetzgeber vorsieht, ist zwar ein viel versprechendes Instrument. Aber der entscheidende Faktor ist die Personalausstattung. Pflegeheime brauchen koordinierende palliativ ausgebildete Fachkräfte. Damit würde die Sterbebegleitung in den Pflegeheimen einen Quantensprung machen“, sagt Lilie. Die Regelungen für die Krankenhäuser begrüßt der Diakonie-Präsident.

Krankenhäuser könnten nun einen stationsunabhängigen Palliativdienst einrichten -  das sei bedarfsgerecht, aber auch dringend notwendig.

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Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin