25.11.2005
Verschwiegene Gewalt aktiv bekämpfen
Zum Internationalen Tag zur Überwindung von Gewalt gegen Frauen
Der "Internationale Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" am 25. November macht darauf aufmerksam, dass Frauen und Mädchen immer noch weltweit Opfer von spezifischer Gewalt und Diskriminierung sind.
Gewalt hinter verschlossenen Türen ist eine der am häufigsten verübten Menschenrechtsverletzungen weltweit und überschreitet dabei - wie kaum ein anderes Problem - jegliche Grenzen von Nationalität, Kultur, Klasse, Religion oder Ethnizität. Die Wohnung ist nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums der gefährlichste Raum für Frauen. In Deutschland ist jede vierte Frau zumindest einmal in ihrem Leben Opfer von häuslicher Gewalt geworden.
In vielen Kulturen wurzelt die Gewalt gegen Frauen so tief, dass Millionen von Frauen Vergewaltigung, häusliche Gewalt, "Ehrenmorde" und Frauenhandel als normalen Bestandteil des täglichen Lebens begreifen. Gewalt im sozialen Nahraum fordert nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation - in Deutschland und weltweit - bei weitem mehr Todesopfer als Terrorismus und Krieg und verursacht auch höhere Kosten.
Das Diakonische Werk der EKD und "Brot für die Welt" haben vor zwei Jahren das internationale Projekt "Häusliche Gewalt überwinden" als Beitrag zur Dekade des Weltkirchenrates "Überwindung von Gewalt" ins Leben gerufen. Es bündelt die Erfahrungen aus Deutschland und zahlreichen anderen Ländern, um erfolgreiche Strategien weiter zu entwickeln und zu verbreiten. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit der Aktion "Hoffnung für Osteuropa". Ziel ist es, mehr Menschen zu motivieren, diese verschwiegene Gewalt gemeinsam aktiv zu bekämpfen. Im Rahmen des Projektes fanden bislang zahlreiche Aktionen und Kongresse in Afrika, Asien, Osteuropa und Deutschland statt.
Der "Internationale Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" geht zurück auf den Todestag der Mirabel-Schwestern. Am 25. November 1960 wurden die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Theresa Mirabel aufgrund ihrer politischen Aktivitäten nach monatelanger Folter in der Dominikanischen Republik ermordet. 1999 wurde er von der Vollversammlung der Vereinten Nationen zum internationalen Tag zur Beseitigung von jeder Form von Gewalt gegen Frauen erklärt.
Derzeit gibt es 33 Frauenhäuser in Trägerschaft der Diakonie Hinzu kommen Schutzwohnungen sowie Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen. Informationen über die evangelischen Frauenhäuser finden Sie in unserer Rubrik "Rat und Hilfe für Frauen und Familien", über das Eine-Welt-Projekt bei "Brot für die Welt".

