26.11.2004
Spendenverhalten der Deutschen unter der Lupe
Nord-Süd-Gefälle bei der "Bilanz des Helfens"
Die erste empirische Untersuchung zum Spendenaufkommen brachte es an den Tag: Die Deutschen sind spendabel. 395 Millionen Euro spendeten sie von Juli bis September für wohltätige Zwecke.
Die großzügigsten Spender kamen aus dem süddeutschen Raum, die meisten Spenden gingen an die SOS-Kinderdörfer, gefolgt von den beiden großen Kirche.
Der Deutsche Spendenrat zeigte sich überrascht über die vielen Spenden "zur Ferienzeit". Erfahrungsgemäß kommt Weihnachten am meisten zusammen. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Konsumforschung nahm er das Spendenverhalten der Deutschen unter die Lupe. Befragt wurden 10.000 Personen ab 10 Jahren. Erbschaften, Unternehmens- und Parteispenden wurden nicht berücksichtigt.
Drei Viertel aller Spenden gingen an die humanitäre Hilfe. Schulen, Sportvereine und Bürgerinitiativen stehen mit knapp 20 Prozent an zweiter Stelle. Umwelt-, Tier- und Denkmalschutz erhielten etwa 3,5 Prozent der Spenden. 89, 4 Prozent der Spenden sind Geldspenden, der Rest Sachspenden wie Kleidung oder Tierfutter. Bayern und Baden-Württemberger sind mit durchschnittlich 9,35 Euro pro Person am spendabelsten, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen brachten es auf durchschnittlich 4,74 pro Person. Das Schlusslicht bilden Berlin und die Ostbundesländer mit 3,99 Euro.
Im Ranking der Spendennehmer führen die SOS-Kinderdörfer, gefolgt von den beiden großen Kirchen, dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Caritas. Danach kommen das Kinderhilfswerk UNICEF, die Kindernothilfe, World Vision und "Brot für die Welt". Frauen spenden in der Regel weniger, dafür aber häufiger, ältere Menschen mehr als jüngere. Die unter 29-Jährigen trugen nur noch rund fünf Prozent zum Spendenaufkommen bei. Die GfK will zukünftig viermal im Jahr eine Spendenbilanz erstellen.

