23.07.2008
Migrantinnen beraten Migrantenfamilien
Im Berliner Bezirk Neukölln versuchen Migrantinnen über das Projekt „Stadtteilmütter“ anderen ausländischen Familien beim Start und Leben in Deutschland zu helfen.
Gharam Hannaoui ist von Beruf „Stadtteilmutter“. Seit eineinhalb Jahren berät sie Migrantenfamilien in Berlin-Neukölln. Hannaoui ist selbst Migrantin. Sie ist 52 Jahre alt, Libanesin und vor 16 Jahren nach Deutschland gekommen. Als Statteilmutter informiert sie arabische Familien im Kiez über Erziehung, Bildung und Gesundheit. Erkennungszeichen für alle, die ihre Hilfe brauchen, sind ein roter Schal und eine Umhängetasche mit dem Logo der „Stadtteilmütter in Neukölln“.
Mehr als 1.000 Migrantenfamilien haben Hannaoui und ihre Kolleginnen seit dem Start des Projektes 2004 beraten. Sie helfen bei Schulproblemen, beim Umgang mit modernen Medien und informieren über die Angebote im Kiez.
Für viele der Frauen bedeutet die Arbeit als Stadtteilmutter die erste bezahlte Tätigkeit in Deutschland. Sie erhalten sehr viel Anerkennung, werden selbstbewusster und selbstsicherer. Das strahlt auf die ganze Familie aus: Die Kinder sind stolz auf ihre Mütter, die Ehemänner motivierter eine Arbeit zu suchen. Manche Familie kommt so komplett vom Jobcenter weg.
Im Neuköllner Kiez zeigt die Arbeit der Stadtteilmütter bereits Erfolge: Hier werden weitaus mehr Kleinkinder von Migranten in den Kitas angemeldet als vorher. Das verbessert die Startchancen dieser Kinder enorm. Außerdem macht das Modell Schule - nicht nur in Berliner Bezirken, sondern auch in anderen Städten. Getragen wird das Projekt vom Diakonischen Werk Neukölln-Oberspree gemeinsam mit drei weiteren Kooperationspartnern.
Kurzdokumentation „Stadtteilmütter in Neukölln“
Kamera: Nicolai Zörn
Ton: Klaus Peters
Produktion: Toni Harden Zörn
Redaktion: Ute Burbach-Tasso
© Diakonisches Werk der EKD

