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17.12.2007

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Jeder fünfte Bundesbürger ist hochreligiös
Bertelsmann-Religionsmonitor ermittelt Verbreitung von Religiosität

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Glauben und Religiosität sind in Deutschland stärker verbreitet, als vermutet. Rund 70 Prozent der Deutschen werden als religiös eingestuft und nahezu jeder Fünfte sogar als hochreligiös.

Gleichzeitig herrscht eine Vielfalt an religiösen Einstellungen, die auch zwischen Geschlechtern, Altersgruppen und der geographischen Herkunft große Unterschiede aufweist. Dies ist das Fazit des neuen Religionsmonitors der Bertelsmann Stiftung. Danach gehören über 70 Prozent der Deutschen einer Religionsgemeinschaften an. Unter den Mitgliedern der beiden großen christlichen Kirchen ist jeder sechste nicht religiös. Umgekehrt findet sich unter den Personen ohne konfessionelle Bindung ein hoher Anteil religiöser Menschen und unter den dezidiert Nichtreligiösen glauben zwölf Prozent an die Existenz eines Gottes oder an ein göttliches Prinzip.

Überraschend groß ist die Zahl von Hochreligiösen in Deutschland. Dabei ist eine Zweiteilung nach alten und neuen Bundesländern festzustellen. Der Anteil der Religiösen in den alten Ländern liegt bei 78 Prozent, darunter 21 Prozent Hochreligiöse. In den neuen Ländern sind 36 Prozent Religiöse festzustellen, darunter acht Prozent Hochreligiöse.

Beim Generationenvergleich ergibt sich das Bild einer religiösen älteren Generation. Die über 60-Jährigen nehmen danach viel häufiger an Gottesdiensten teil. Bei den unter 30-Jährigen pflegen deutlich weniger eine rituelle Praxis und 50 Prozent von ihnen beten niemals oder wenig. Religion spielt in dieser Generation für die meisten im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie Partnerschaft, Arbeitswelt oder Politik nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch glaubt gerade diese Altersgruppe an Gott, die Unsterblichkeit der Seele und an ein Leben nach dem Tod. Auch am öffentlichen religiösen Leben nehmen Jüngeren nicht weniger Anteil. 14 Prozent der 18 bis 29-Jährigen sehen den regelmäßigen Gottesdienstbesuch als wichtig an.

Vielfältig ist auch das Gottesbild der Deutschen. Beim Gedanken an Gott herrscht bei der Mehrheit das Bild eines liebenden, gütigen Wesens vor. Sie verbinden mit Gott Gefühle der Hoffnung, Freude und Liebe, gefolgt von Attribute wie Geborgenheit, Ehrfurcht und Gerechtigkeit, wenige dagegen Gedanken an Verzweiflung, Angst oder Zorn. Den größten Einfluss hat der Glauben im Alltag beim Umgang mit einschneidenden Ereignissen wie Geburt oder Tod.

Hohe Religiosität scheint auch eine zivilgesellschaftliche Ressource zu sein. Befragt, ob sie ein unbezahltes Ehrenamt ausüben, erklären dies 26 Prozent der Religiösen, hingegen 19 Prozent der Nichtreligiösen. Hochreligiöse Menschen widmet sich sogar mit 43 Prozent einer solchen Aufgabe.

Die Befragung der Bundesbürger war eingebettet in eine Erhebung unter 21.000 Menschen in 21 Staaten und unter Angehörigen aller Hochreligionen. Deutlich mehr Religiöse als hierzulande finden sich durchschnittlich in der Schweiz, in Italien oder Polen, weniger dagegen in Frankreich und Großbritannien. Europäer unterscheiden sich dabei noch fundamental von US-Amerikanern. Dort können 89 Prozent der Befragten als religiös eingestuft werden, sogar 62 Prozent als hochreligiös. Zu den religiösesten Ländern der Welt gehören aber der Erhebung nach Nigeria, Brasilien, Indien und Marokko.

Die Ergebnisse der Studie finden Sie unter www.bertelsmann-stiftung.de.

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