17.12.2004
Jeder dritte Bundesbürger ist evangelisch
EKD veröffentlicht Kirchenmitgliederstatistik
Jeder dritte Bundesbürger ist evangelisch. Insgesamt gehörten rund 25,8 Millionen Menschen in Deutschland der evangelischen Kirche an.
Dies geht aus der neuen Kirchenmitgliederstatistik der EKD hervor.
Demnach halten sich Protestanten mit 31,3 Prozent Anteil an der Bevölkerung und Katholiken mit 31,7 Prozent etwa die Waage. Insgesamt gehören gut zwei Drittel der Bundesbürger einer der beiden christlichen Kirchen an. Die Mitgliedszahlen in den einzelnen Bundesländern sind sehr unterschiedlich.
Bei der kirchlichen Bindung zeigt sich vor allem ein Nord-Südgefälle. In den traditionell protestantischen Regionen wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen beträgt der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder etwa 57 Prozent. In den eher katholischen Regionen wie Bayern und im Rheinland leben weniger als 30 Prozent Protestanten.
Für beide Kirchen zeigt sich ein deutliches West-Ostgefälle und eine ausgeprägte "Entkirchlichung" in den Stadtstaaten: Während im Saarland noch 85,4 Prozent der Menschen einer der beiden großen christlichen Kirchen angehören, sind es in Hamburg weniger als die Hälfte und in Sachsen-Anhalt nur noch gut ein Fünftel. Der Anteil der Christen in den Ostbundesländern liegt bei 26 Prozent.
In Westdeutschland kam es aufgrund zusätzlicher steuerlicher Belastungen in beiden Kirchen zu verstärkten Austritten. Auch der Zuzug nichtchristlicher Ausländer wirkte sich auf die Kirchenzugehörigkeit aus. Dennoch gehört die große Mehrheit (72 Prozent) der westdeutschen Bevölkerung einer der beiden großen christlichen Kirche an.
Bundesweit sind mehr Frauen Mitglied in der evangelischen Kirche als Männer. Der Frauenanteil beträgt 55 Prozent. Dieser Unterschied belege zum einen, dass mehr Männer als Frauen aus der Kirche austreten, schließt die EKD daraus. Außerdem sei die höhere Lebenserwartung der Frauen verantwortlich für das höhere Durchschnittsalter der evangelischen Bevölkerung.
In Regionen mit einem hohen christlichen Bevölkerungsanteil wie zum Beispiel im Saarland ist der Frauenanteil an den Kirchenmitgliedern mit 53,7 Prozent deutlich niedriger als in Gebieten, in denen die Christen nur noch eine Minderheit darstellen, wie zum Beispiel in Sachsen-Anhalt mit 59 Prozent.
Mehr Informationen über die Kirchenmitgliedszahlen der Evangelischen Kirche finden Sie unter nachstehendem Link.

