01.12.2010
Interview: „Für Jugendliche soll es auch künftig attraktiv bleiben, ein Jahr mit freiwilligem Engagement einzuschieben“
Berlin/Frankfurt (DWEKD) - Am 1. Dezember geht zivil.de online: ein Online-Portal von und für Jugendliche. Fünf Fragen an Burkhard Weitz, Portalleiter von zivil.de.
Was erwartet Internetnutzer auf zivil.de?
Burkhard Weitz: Eine Website für Jugendliche, die zwischen Schule und Ausbildung oder Uni etwas Praktisches und Sinnvolles tun wollen. Auf zivil.de erhalten sie wichtige Tipps und Infos, zum Beispiel was man für unterschiedliche Möglichkeiten hat, um sich für einen Freiwilligendienst im Ausland zu bewerben: mit Förderprogrammen der Bundesregierung, mit Friedensdiensten wie Eirene und Aktion Sühnezeichen, mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ).
Wer steckt hinter zivil.de?
Weitz: Das Portal habe ich in Zusammenarbeit mit den Herausgebern entwickelt, dem EKD-Beauftragten für Friedensarbeit Renke Brahms und Vertretern von evangelischen Friedensarbeit und Freiwilligendiensten. Mit-Herausgeber ist auch die Diakonie. Für sie ist Rainer Hub aus dem Arbeitsfeld Freiwilliges Soziales Engagement und Zivildienst dabei.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Weitz: Die EKD musste entscheiden, was aus „zivil“ werden soll, ihrem Printmagazin für Zivildienstleistende, wenn der Zivildienst ausläuft. Erst hat man FSJ und FÖJ in das Magazin einbezogen, aber auf Dauer war das keine Lösung. Dann hat man sich für ein Internetportal entschieden, um Geld zu sparen, aber auch weil man die Jugendlichen so viel besser und viel früher erreicht.
Was wollen Sie mit zivil.de erreichen?
Weitz: Wir wollen, dass es für Jugendliche auch künftig attraktiv bleibt, ein Jahr mit freiwilligem Engagement zwischen Schule und Ausbildung einzuschieben. Auch ohne Zivildienst, und auch wenn Jugendliche wegen des Fachkräftemangels immer früher in den Beruf gedrängt werden.
Online-Portale gibt es viele. Was ist das Besondere an zivil.de?
Weitz: zivil.de schafft Übersicht in der Fülle der Angebote. Entscheidend ist aber, dass auf Dauer nicht die Internetredaktion diese Übersicht schaffen soll, sondern die Jugendlichen selbst – durch Blogs, Wikis, Foreneinträge. Und sie tragen sich mit Fähnchen in eine Weltkarte ein. Dadurch wissen andere: „Da ist jemand auf Rügen im FÖJ, und da sitzt einer in Tschechien oder in Ghana. Bei denen will ich mich gleich mal melden, vielleicht wäre das, was die da machen, auch was für mich.“
Ab 1. Dezember online: zivil.de

