04.02.2004
Herausforderungen aus der Kraft des Evangeliums meistern
Diakonie-Präsident Gohde zu den sozialen Perspektiven 2005
"Wir werden in den nächsten Jahrzehnten verhindern müssen, dass unsere Gesellschaft ein schweres Problem sowohl für die sozialen Sicherungssysteme als auch für die demokratische Kultur bekommt. Die Spaltung der Gesellschaft, die Bildung von Parallelgesellschaften muss verhindert werden", erklärt Diakonie-Präsident Dr. h. c. Jürgen Gohde in einem Interview mit diakonie.de.
Um die sozialen Perspektiven nachhaltig zum Positiven zu verändern, ist es nach Ansicht von Gohde dringend notwendig mehr sozialversicherungspflichtige, steuerpflichtige Arbeitsverhältnisse zu schaffen, mehr in Bildung, Aus- und Weiterbildung zu investieren und für mehr qualifizierte Integrationsangebote zu sorgen.
Eine Gesellschaft, in der immer weniger Kinder geboren werden und in der die Menschen immer länger leben, Probleme bei der Integration von dringend notwendigen Zuwanderer sowie die Tatsache, dass vor allem von Familien mit Kindern zunehmend in Armut geraten, verlangten ein Umsteuern, ein Nachdenken über vorhandene Ressourcen und neue Modelle, hebt Gohde hervor.
Gefordert seien Modelle, in denen freiwilliges ehrenamtliches Engagement mit verlässlichen institutionellen Hilfen verknüpft und Hilfen durch Nachbarschaftsinitiativen und Netzwerke müssten mobilisiert werden. "Kirche und Diakonie müssen eine Hoffnungsperspektive beschreiben, aus der die Kräfte kommen, die diese Veränderungen möglich machen", erklärt Gohde. "Oberstes Ziel alles Handelns und aller Verantwortung ist für die Diakonie die Würde des einzelnen Menschen in allen Lebenslagen: ob pflegedürftig, gebrechlich, krank, behindert, wohnungslos oder arm."

