22.12.2005
Ein Jahr nach dem Tsunami
Diakonie Katastrophenhilfe zieht Bilanz
Ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami: Von insgesamt rund 44 Millionen Euro Spenden zur Unterstützung der Tsunami-Opfer in Südasien hat die Diakonie Katastrophenhilfe bereits 26,7 Millionen Euro für Nothilfe und Wiederaufbau eingesetzt.
Dabei entfielen auf Indien rund 11,2 Millionen Euro, auf Indonesien 7,7 Millionen Euro, auf Sri Lanka 5,3 Millionen Euro und auf Somalia knapp 1,5 Millionen Euro. Weitere 860.000 Euro wurden für Hilfsprogramme verwendet, in die mehrere Länder einbezogen sind.
13,5 Millionen Euro sind für weitere Projekte verplant, mit denen Tsunami-Opfer darin unterstützt werden, sich ein neues Zuhause und eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Vorgesehen ist außerdem ein Pilotprojekt zur Katastrophenvorbeugung, das den schädlichen Auswirkungen des Klimawandels Rechnung trägt. Mit der Restsumme kann flexibel auf weiteren Bedarf reagiert werden.
Einen Teil ihrer Projekte setzt die Diakonie Katastrophenhilfe im Rahmen der weltweiten Allianz von kirchlichen Hilfswerken ACT (Action by Churches Together) um. Darüber hinaus werden lokale Partner bilateral gefördert. Um die Programme in Indonesien und Sri Lanka zu koordinieren und zu begleiten, hat die Diakonie Katastrophenhilfe in beiden Ländern Projektbüros eingerichtet.
Überleben sichern
Die Tsunami-Katastrophe, die am 2. Weihnachtfeiertag 2004 über die Küsten des Indischen Ozeans hereinbrach, hat weltweit die Menschen erschüttert. Über 300.000 Menschen verloren in den Tsunamis ihr Leben. Die verheerende Flut beraubte Millionen ihrer gesamten Existenz. Die Diakonie Katastrophenhilfe stand den Betroffenen zusammen mit ihren langjährigen Partnern vor Ort zunächst mit akuter Nothilfe bei.
Zukunft bauen
Bergungs- und Aufräumarbeiten, medizinische Hilfe, Seuchenprävention, Wasseraufbereitung sowie die Versorgung der Betroffenen mit Essen, Kleidung und provisorischen Unterkünften standen in der ersten Phase der Hilfe im Vordergrund. Durch ein enges lokales Partnernetzwerk ist die Katastrophenhilfe auch in Gegenden präsent, die sonst von jeder Hilfe abgeschnitten sind.
In der zweiten Phase der Hilfe geht es um den kostspieligen und längerfristigen Wiederaufbau der betroffenen Regionen. Alle Maßnahmen müssen mit den kommunalen, regionalen und nationalen Behörden koordiniert werden. Wichtig sind deshalb auch in dieser Phase lokale Partner, die von der Bevölkerung und den staatlichen Stellen akzeptiert werden.
In Indien, Indonesien, Sri Lanka und Somalia arbeiten die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe mit der Bevölkerung am Wiederaufbau von Häusern und ganzen Dörfern. Außerdem werden den Fischern Boote und Netze, Handwerkern Werkzeuge und dem Kleinhandel Waren zur Verfügung gestellt, damit die Menschen ihre Existenz wieder selbst in die Hand nehmen können.
Wie die Diakonie Katastrophenhilfe in den betroffenen Ländern hilft:
Indien
Die indischen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe haben zum Beispiel in den Bundesstaaten Tamil Nadu, Kerala und Andhra Pradesh mehr als 60.000 Familien in über 100 Dörfern entlang der Küste mit Nahrungsmitteln, Plastikplanen, Schlafmatten, Bettwäsche und Kochutensilien versorgt. Der Wiederaufbau von Häusern hat begonnen. Immer mehr Fischer stechen wieder in See.
Indonesien
Rund drei Monate nach der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember riss in Indonesien ein erneutes Erdbeben hunderte Menschen in den Tod und machte mehr als 70.000 obdachlos. Besonders hart getroffen wurden die Inseln Nias und Simeulue. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner begannen sofort mit Nothilfe. In der indonesischen Provinz Aceh tritt der Wiederaufbau mehr und mehr in den Vordergrund. Außerdem bieten die lokalen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe medizinische und psychologische Betreuung an.
Somalia
In Somalia wurde die ganze 3.330 Kilometer lange Küste von der Flutwelle erfasst. Hunderte von Dörfern wurden zerstört. Die Menschen an der Küste leben überwiegend vom Fischfang und haben durch die Flutwelle ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Sie bekommen neue Netze und Boote, damit sie ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können.
Sri Lanka
Im Süden Sri Lankas errichtet die Diakonie Katastrophenhilfe eine ökologische Siedlung für 120 Familien, die durch den Tsunami am 26. Dezember 2004 ihr Zuhause verloren haben.

